Kruppke und Dogan begeben sich auf fremdes Terrain

Braunschweig  Beim Freundschaftsspiel in Schöppenstedt empfahlen sich die beiden Eintracht-Profis für die Nachfolge von Chef-Trainer Torsten Lieberknecht.

Dennis Kruppke (links) und Deniz Dogan.

Foto: Klaus Naue

Dennis Kruppke (links) und Deniz Dogan. Foto: Klaus Naue

Als die Fußballer von Eintracht Braunschweig am Dienstagabend zum Freundschaftsspiel in Schöppenstedt aufliefen, rieben sich viele der knapp 2000 Zuschauer verwundert die Augen. Auf der Trainerbank des Zweitligisten nahmen mit Dennis Kruppke und Deniz Dogan nämlich zwei Profis Platz, während sich Chef-Coach Torsten Lieberknecht den Abend dezent im Hintergrund aufhielt.

Einheitlich gekleidet – jeweils mit Sakko, blauem Hemd und Lederschuhen – gab das Duo beim 14:0-Erfolg von der Seitenlinie lautstark Kommandos. Und auch bei der Kabinenansprache übernahmen Kruppke und Dogan das Wort. Doch bevor nun die Spekulationen ins Kraut schießen: Weder wollen die beiden Routiniers ihre Profi-Karriere vorzeitig beenden, noch steht Lieberknechts Abschied bevor.

„Da ich wusste, dass beide aufgrund von Verletzungen nicht spielen können, habe ich sie gefragt, ob sie am Abend nicht coachen wollen“, verrät Lieberknecht, wie es zu diesem Rollentausch kam. „Das hat mir richtig viel Spaß gemacht“, berichtet Dogan. „Ich war voll in meinem Element.“ Allerdings musste der 32-Jährige erkennen, dass es „vom Spieler zum Trainer eine große Umstellung“ ist. „Das ist schon etwas völlig anderes“, pflichtet ihm sein Amtskollege bei. Ungewohnt, so Kruppke, sei vor allem gewesen, „wenn du plötzlich alle elf Spieler im Auge behalten musst“.

Bei der Bewertung ihres Trainer-Debüt gehen die Meinungen weit auseinander. Die Höhe des Sieges spreche für sich, betont Dogan. Vor allem, ergänzt Kruppke, wen man bedenke, dass man kaum Vorbereitungszeit gehabt habe. Torsten Lieberknecht sah das jedoch anders: „Die beiden Jungs überschätzen sich völlig. Aufgrund ihrer Kleidung hatte ich mir eigentlich eine Champions-League-reife Leistung erhofft.“ Das sei aber nicht der Fall gewesen. So habe man bei der Besprechung vor der Partie eine Lupe gebraucht, um die Mannschaftsaufstellung auf der Taktiktafel erkennen zu können.

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