Eintracht unterliegt Bochum

Braunschweig  Seit mittlerweile neun Spieltagen ist Eintracht Braunschweig ohne Sieg. Das Team von Torsten Lieberknecht unterlag dem VfL Bochum mit 0:2 (0:1).

Den Blick auf die Rückrunden-Tabelle sollte man dieser Tage tunlichst unterlassen, wenn man Fan von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig ist. Denn seit Sonntagnachmittag, seit der 0:2 (0:1)-Niederlage beim VfL Bochum, belegt der Aufsteiger aus Niedersachsen dort mit mageren 14 Punkten den vorletzten Rang, nur Energie Cottbus war in der Rückserie noch schlechter.

Das Spiel im Ruhrgebiet war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen. Eintracht war vor rund 18.000 Zuschauern, darunter Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs, einmal mehr über weite Strecken feldüberlegen, konnte daraus aber mal wieder kein Kapital schlagen. „Wenn wir vorne keine Dinger machen, können wir auch kein Spiel gewinnen“, brachte es Innenverteidiger Ermin Bicakcic auf den Punkt. Der gebürtige Bosnier bekannte nach dem neunten sieglosen Spiel in Folge: „Ich habe Scheißlaune.“

Dass es am Sonntag nicht mal mehr zu einem Unentschieden reichte, war einem Fehler von Marc Pfitzner geschuldet. Keine drei Minuten waren in Bochum gespielt, als der 27-Jährige bei einer Ecke seinen wenige Zentimeter kleineren Gegenspieler Slawo Freier nicht energisch genug am Kopfball hinderte – 0:1. Freier konnte sein Glück kaum fassen und deutete beim Torjubel immer wieder auf seine Schläfe. Kein Wunder, schließlich lag das letzte Kopfballtor des ehemaligen Nationalstürmers bereits mehr als fünf Jahre zurück.

Der Vorteil am frühen Rückstand: Eintracht blieben knapp 87 Minuten, um den Ausgleich zu erzielen. Doch den Gästen, die mit einer Mittelfeld-Raute spielten und im Gegensatz zum 0:0 gegen den MSV Duisburg auf gleich drei Positionen verändert waren, fiel aus dem Spiel heraus zunächst erschreckend wenig ein. Gefährlich wurde es wenn überhaupt nach ruhenden Bällen, insbesondere nach Freistößen durch Deniz Dogan und Nico Zimmermann.

Doch die Kopfbälle von Kapitän Dennis Kruppke (32.) und Ermin Bicakcic (19., 45.) verfehlten entweder knapp das Bochumer Gehäuse oder wurden vom aufmerksamen VfL-Schlussmann Andreas Luthe pariert. Luthe war es auch, der kurz nach dem Seitenwechsel bei einem Schuss des für den verletzten Kruppke eingewechselten Domi Kumbela auf dem Posten war (47.).

Ansonsten aber fehlten der Lieberknecht-Elf weiterhin die zündenden Ideen. Besser wurde es erst, als Bochum in der letzten halben Stunde nur noch zu zehnt war, weil Linksverteidiger Philipp Bönig die gelb-rote Karte gesehen hatte.

In der 81. Minute setzten die knapp 2000 mitgereisten Eintracht-Anhänger zum Torschrei an, doch Schiedsrichter Guido Winkmann versagte dem Treffer von Kumbela wegen Abseitsstellung völlig zurecht die Anerkennung. Auf der Gegenseite machte Daniel Ginczek in der Schlussminute mit dem zweiten Bochumer Treffer alles klar.

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