Eintracht punktet mit fast perfekter Taktik

Hamburg  Ein glänzend eingestellter Aufsteiger Eintracht Braunschweig hält Erstliga-Anwärter St. Pauli in Schach. Das Unentschieden war mehr als verdient.

Eintracht Braunschweig kommt seinem Saisonziel im „Eichhörnchen-Prinzip“ näher – Punkt für Punkt sammelt die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht und nähert sich dem Saisonziel „40 plus X“ Woche für Woche ein Stückchen an. Beim 0:0 gestern im Millerntor-Stadion beim FC St. Pauli verbuchten die Braunschweiger ihren 32. Zähler und bleiben als bester Aufsteiger Tabellenachter. Dabei musste Eintracht gleich zwei schwere Rückschläge verkraften. Kapitän und Torjäger Dennis Kruppe musste wegen seiner Wadenblessur passen und Norman Theuerkauf hatte in der Nacht zum Sonntag ein Magen- und Darminfekt erwischt. Gianluca Korte rückte dafür als zweite Spitze in die Offensive, Marc Pfitzner ins Mittelfeld im 4-4-2-System.

Lieberknecht hatte sein Team exzellent auf das Spiel beim Aufstiegsanwärter eingestellt. Geschickt stellten sich die Gäste gegen das breit angelegte Aufbauspiel des FC St. Pauli, machten die Räume eng und ließen nur ganz selten Pässe in die Spitze zu. „Wir hatten das St.-Pauli-Spiel seziert. Jeder Spieler wusste genau, wie er sich defensiv im Spiel gegen den Ball verhalten muss“, stellte Lieberknecht fest. Und sein Team setzte die Marschroute fast perfekt um. „Es war für uns richtig schwer eine Lücke zu finden“, anerkannte St.-Pauli-Coach André Schubert und lobte: „Braunschweig hat das richtig gut gemacht.“ Mit so wenigen Chancen wie gegen Eintracht hatten sich die Hamburger in dieser Saison am Millerntor noch nicht begnügen müssen.

Richtige Gefahr für das von Daniel Davari souverän gehütete Eintracht-Tor kam während der gesamten Spielzeit nur dreimal auf. In der Anfangsphase parierte der Schlussmann einen Schuss von Max Kruse (7.) mit dem Fuß, bei Kevin Schindlers Kopfball (35.), der das Tor verfehlte, musste er nicht eingreifen. Prächtig reagierte Davari dann jedoch nach 73 Minuten bei Mahir Sagliks abgefälschtem Distanzschuss. Mit einem tollen Reflex wehrte er den Ball mit dem rechten Arm ab. „Ich bin froh, dass ich den Ball noch erwischt habe und ihn nach außen abwehren konnte, denn in der Mitte standen zwei Hamburger“, sagte Davari nach der Partie.

Und fast hätte Eintracht sogar den ganz großen Coup gelandet und drei Punkte beim Aufstiegsaspiranten entführt. Doch nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Damir Vrancic strich der Schuss von Julius Reinhardt ganz knapp am Pfosten vorbei. Die größte Chance bot sich nach 69 Minuten dann Marc Pfitzner, der nach einem mustergültigen Konter über Reinhardt und Oliver Petersch wenige Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig traf, auch weil sich ihm zwei Hamburger Abwehrspieler in den Weg warfen. „Wenn wir den machen …“, wollte Torsten Lieberknecht gar nicht weiter nachdenken.

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