Theuerkauf rückt in Eintrachts Kreis der Freistoßexperten

Aue  Mit einem Traumtor sicherte der 25-Jährige Mittelfeldmann den Braunschweigern einen Zweitliga-Punkt in Aue.

Norman Theuerkauf (links) zirkelt den Ball über die Auer Mauer zum 1:1 ins Netz – sein ersterSaisontreffer.

Foto: Thomas Eisenhuth/dpa

Norman Theuerkauf (links) zirkelt den Ball über die Auer Mauer zum 1:1 ins Netz – sein ersterSaisontreffer. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa

40. Minute im bibberkalten Auer Stadion, fünf Grad minus. Eintracht erhält einen Freistoß zugesprochen, Tor-Entfernung gut 20 Meter. Norman Theuerkauf tritt an, zirkelt den Ball mit Links über die Mauer und jagt ihn unter die Latte – ein Traumtor.

Mit seinem ersten Tor im 20. Zweitligaspiel sicherte der Mann mit der Nummer 15 den Braunschweigern das 1:1 (1:1) bei Erzgebirge Aue. Letzte Woche gegen Karlsruhe war er noch mit einem seiner Freistöße am Aluminium gescheitert. Für die Eintracht war es der zweite direkt verwandelte Freistoß der Saison, zuvor war das Damir Vrancic am 4. Spieltag in Karlsruhe gelungen.

„Ich habe zuletzt Sonnabend Freistöße trainiert“, sagte Theuerkauf. Im Trainingslager im Januar in Spanien habe er mehr Zeit mit den Standards verbracht. Nicht immer, aber immer öfter steht der 25-Jährige in der Gruppe, die sich bei Freistößen um den Ball gruppiert.

Anders als bei Elfmetern, wo sich der Spieler den Ball nehmen soll, der sich in dem Moment am besten und sichersten fühlt, gibt es bei den Freistößen eine feste Zuteilung – je nachdem wo der Ort des Fouls war. Theuerkauf, Deniz Dogan, Damir Vrancic, Dennis Kruppke oder Nico Zimmermann – es kommen einige Löwen in Frage für gefährliche Standards.

„Das Schwierigste ist es, den Ball über die Mauer zu bekommen“, sagte Theuerkauf. Montagabend glückte das vorbildlich.

Als der Ball im Netz zappelte, rannte der 25-Jährige sofort zur Auswechselbank, um zu feiern. Eine Wette? „Nein. Im ersten Moment wusste ich nicht, wen ich zuerst in den Arm nehme und dachte dann: Renn zur Bank.“ Co-Trainer Darius Scholtysik war somit der erste Gratulant, schnell bildeten Mitspieler und Auswechselspieler eine Traube.

„Dieses 1:1 so kurz vor der Halbzeit hat uns Sicherheit gegeben“, sagte der „Sechser“, einer der beiden Abwehrspieler vor der Viererkette, der im defensiven Mittelfeld überall da löschen muss, wo es brennt, um dann schnell auf Spielaufbau umzuschalten.

54,3 Prozent seiner 501 Zweikämpfe hat Theuerkauf in dieser Saison für sich entschieden, von seinen 631 Pässen, die in der Statistik stehen, kamen 78 Prozent an. Doch was helfen all die Zahlen, wichtig war die 40. Minute Montagabend in Aue und der entscheidende Schuss. „Wir hätten natürlich gern gewonnen, aber wir können mit dem einen Punkt auch leben“, so Theuerkauf.

Nicht gut ging der Abend für Aues Trainer Rico Schmitt aus, der sich nach dem 1:1 schon unentwegt bohrenden Fragen stellen musste. Schmitt ist gestern beurlaubt worden, der neunte Trainer-Wechsel der laufenden Zweitliga-Saison. Karsten Baumann – zuletzt VfL Osnabrück – gilt als der heißeste Kandidat für die Nachfolge.

Die Eintracht interessierte das nicht mehr. Sie konzentriert sich auf Sonntag und den Auftritt beim FC St. Pauli (13.30 Uhr). Dort soll endlich der erste Dreier der Rückrunde eingefahren werden. Vielleicht steuert Theuerkauf ja wieder einen Freistoß bei.

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