Davari hat Rennen um den Torwartposten gewonnen – vorerst

Braunschweig.  Eintracht Braunschweigs Fußball-Zweitliga-Trainer Lieberknecht entschied sich zu Gunsten des 24-Jährigen.

Daniel Davari nach seinem Debüt im August 2011.

Foto: regios24

Daniel Davari nach seinem Debüt im August 2011. Foto: regios24

Die Torwartposition ist wohl die sensibelste in einer Fußballmannschaft. „Sie ist auf jeden Fall immer schwierig“, sagt Torsten Lieberknecht. Gelten doch Torhüter noch immer als Einzelkämpfer in der Elf. Der Trainer von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig hat selbst lange darüber gegrübelt, ob Daniel Davari oder Marjan Petkovic zum Start der Restsaison im Tor der Blau-Gelben stehen soll. Am Ende machte der 24-jährige Davari das Rennen und hütete am vergangenen Sonntag gegen Eintracht Frankfurt das Tor. Dorthin war er erst gerückt, nachdem sich Aufstiegstorhüter Petkovic am dritten Spieltag der Saison einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Seither absolvierte Davari alle weiteren Punktspiele für Eintracht.

Es seien nur Nuancen gewesen, die den Ausschlag gegeben hätten. „Klitzekleine Unterschiede haben den Ausschlag gegeben“, betonte der Eintracht-Coach. Im Training und in der Vorbereitung habe er den Eindruck gewonnen, dass Davari die größere Sicherheit ausstrahle, mehr Selbstbewusstsein habe. „Klar ist, dass auch Marjan lieber spielen würde, aber er hat meine Entscheidung sehr sportlich und teamorientiert akzeptiert“, sagt Lieberknecht.

„Es war eine rein sportliche Entscheidung für Daniel“, erklärte Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold. „Petko wird den Druck hoch halten. Das weiß Davari auch. Wenn nichts Gravierendes passiert, wird die Konstellation aber erst einmal so bleiben“, fügte Arnold hinzu. Eintracht-Torwarttrainer Alexander Kunze war in der Saison 2003/04 in einer ähnlichen Situation gewesen wie jetzt seine Nachfolger. Nach dem Zweitliga-Abstieg 2003 ging Kunze als Nummer eins in die folgende Regionalligasaison. Dort bestritt er das DFB-Pokalspiel gegen Erstligist Kaiserslautern, das Eintracht sensationell mit 4:1 gewann und bis zum 25. Oktober (1:1 gegen Neumünster) die ersten 13 Saisonbegegnungen.

Vier Tage später im prestigeträchtigen DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 entschied sich der damalige Trainer Uwe Reinders dafür, dem 22-jährigen Thorsten Stuckmann das Vertrauen zu schenken – obwohl Kunze nicht verletzt war. Eintracht siegte 2:0, und fortan war der Platz im Eintracht-Tor an Stuckmann vergeben – bis zu dessen Wechsel im Sommer 2007 nach Aachen. Alexander Kunze kam noch einmal zum Einsatz – am letzten Spieltag der Saison wurde er Anfang Juni 2004 im Spiel (3:2) gegen den FC St. Pauli zur Pause eingewechselt. In den folgenden drei Jahren absolvierte der gebürtige Marienburger kein Punkspiel mehr für Eintracht und beendete im Sommer 2007 seine aktive Laubahn.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort