Randy Edwini-Bonsu: Auf Deutsch schimpfen kann er schon

Randy Edwini-Bonsu hat gut lachen: Schließlich ist Eintrachts Neuzugang ab sofort für den Fußball-Zweitligisten spielberechtigt.

Foto: regios24/Mottl 

Randy Edwini-Bonsu hat gut lachen: Schließlich ist Eintrachts Neuzugang ab sofort für den Fußball-Zweitligisten spielberechtigt. Foto: regios24/Mottl 

Für ein zaghaftes "Hallo, wie geht’s?" reichen seine Deutsch-Kenntnisse schon aus, als er zum vereinbarten Interview-Termin erscheint. "Und ein paar Schimpfwörter kenne ich auch schon", erzählt Randy Edwini-Bonsu und lacht dabei schelmisch, ohne jedoch weitere Details verraten zu wollen.

Überhaupt lacht der 21-Jährige mit der angedeuteten Irokesen-Frisur dieser Tage im Trainingslager oft und viel. Kein Wunder, schließlich ist für ihn mit dem Vertrag, den er im November beim Braunschweiger Fußball-Zweitligisten unterschrieben hat, ein Traum in Erfüllung gegangen. "Jetzt wissen meine Eltern endlich, dass es die richtige Entscheidung war, dass ich mich auf Fußball konzentriert habe", erzählt Edwini-Bonsu und kann sich das Grinsen dabei wieder nicht verkneifen. "Sie hätten es früher nämlich lieber gesehen, wenn ich mehr für die Schule getan hätte. Jetzt sind sie aber total stolz auf mich." Kein Wunder, dass er Weihnachten gleich mal Trikots für Mama und Papa mit nach Kanada bringen musste. "Sie wollen mich bald auch in Braunschweig besuchen kommen."

Noch ist Eintrachts Neuzugang beim Training, wenn die Coaches Anweisungen geben, auf die Übersetzungen seiner Mitspieler angewiesen, "die meisten sprechen zum Glück ein bisschen Englisch". Ein Dauerzustand solle das allerdings nicht werden, beteuert der gerade einmal 1,68 Meter große Stürmer. "Ich möchte die Sprache unbedingt verstehen." Aus diesem Grund nehme er bis zu vier Mal pro Woche Deutsch-Unterricht. "Ich lerne zum Glück sehr schnell."

Das trifft beim Kanadier mit ghanaischen Wurzeln offenbar nicht nur auf Sprachen, sondern auch aufs Fußballspielen zu. Schließlich ist er erst mit 14 Jahren einem Verein beigetreten – keine sieben Jahre später steht er nun bei einem deutschen Zweitligisten unter Vertrag. Außerdem hat er bereits ein A-Länderspiel für Kanada in seiner Vita stehen. Obwohl das mittlerweile bereits zwei Jahre her ist, haben ihn die Verbandsverantwortlichen offenbar immer noch nicht aus den Augen verloren. "Der Nationaltrainer hat mir per SMS zu meinem Wechsel nach Braunschweig gratuliert."

In seinen ersten Tagen in der Löwen-Stadt sei er sehr nervös gewesen, gesteht Edwini-Bonsu, der zuvor in der zweiten finnischen Liga auf Torejagd gegangen war. "Ich wusste ja gar nicht, was mich hier erwartet." Das Testspiel gegen Werder Bremen, in dem er sich mit zwei Treffern für eine Verpflichtung empfahl, bezeichnet er gar als "das größte Spiel" seiner Karriere". Die Mitspieler hätten ihn zum Glück vom ersten Tag an akzeptiert. "Es macht mich wahnsinnig stolz, dass ich jetzt ein Teil des Ganzen bin."

Bei zwei Landsleuten von sich, die in Cottbus unter Vertrag stehen, hatte er sich zuvor über seinen neuen Arbeitgeber informiert "Die haben mir berichtet, dass sie diese Saison gegen Braunschweig verloren haben." Daraus habe er geschlussfolgert, "dass Eintracht ein toller Verein sein muss".

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