„Wir stehen zu Recht auf Platz acht“

Braunschweig  Kurz vor der Saisonfortsetzung spricht Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold im Interview über Selbstvertrauen, Ziele und Neueinkäufe.

Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold.

Foto: Joachim Mottl/regios24

Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold. Foto: Joachim Mottl/regios24

Mit der Partie bei Aufstiegsanwärter Eintracht Frankfurt endet am Sonntag die Winterpause für die Zweitliga-Fußballer von Eintracht Braunschweig. Mit dem sportlichen Leiter Marc Arnold sprach Sportredakteur Thomas Fröhlich über Wintertransfers, die Vorbereitung auf die Restsaison und die sportlichen Ziele.

Im Trainingslager in Spanien und im lange frostfreien Braunschweig hat sich Eintracht auf die noch ausstehenden 15 Punktspiele vorbereitet. Ist die Mannschaft gerüstet?

Die Wintervorbereitung ist gut gelaufen. Bis auf die letzten Tage mit Minusgraden und hart gefrorenen Plätzen hatten wir optimale Bedingungen. Das Einzige, was hinderte, waren die vielen – für uns ungewöhnlichen – Verletzungen. Die Situation mit den Langzeitverletzten aus dem Herbst war nicht ganz einfach, aber die Trainer haben das komplette Programm umsetzen können.

Auf die Verletzungsmisere haben Sie mit zwei Neuverpflichtungen reagiert. Reicht das aus?

Wir haben schon im Spätherbst Randy Edwini-Bonsu unter Vertrag genommen. Er ist eine Alternative im Sturm und von seinem Profil her anders als die Angreifer, die wir haben. Wir sehen großes Potenzial bei ihm. Er besitzt Schnelligkeit, gutes Spielverständnis und technische Fähigkeiten. Damit passt er gut in unser schnelles Umkehrspiel. Die Verpflichtung von Ermin Bicakcic war eine Reaktion auf die drei Langzeitverletzten in der Defensive, die auch noch länger ausfallen werden.

Ist der Wechsel von Bicakcic vom Bundesligisten VfB Stuttgart zum Zweitligisten Eintracht ein Rückschritt für ihn?

Ich denke nicht. Wir werden mittlerweile so wahrgenommen, dass junge Spieler bei uns die Chancen haben, zu spielen und sich weiter zu entwickeln. Das ist sicher kein vermeintlicher Rückschritt für einen 22-Jährigen. Wir sind mit dem Spieler der Meinung, dass es ein Schritt nach vorne für ihn ist.

Waren weitere Verstärkungen in der Winterpause nicht möglich, oder gar nicht geplant?

Nur weil das Transferfenster da ist, muss man nicht zwangsweise Spieler verpflichten. Hätten wir Verpflichtungen als notwendig erachtet, hätten wir etwas gemacht. Wir haben Vertrauen in unseren Kader. Die Jungs, die wir haben, haben sich in der Vergangenheit bewährt. Die sportliche Konkurrenzsituation ist in unserem Kader vorhanden. Und schließlich muss auch die Kadergröße bedacht werden, man muss sehen, was sinnvoll ist.

Nach den ersten 19 Spielen in der Liga steht Eintracht als Aufsteiger sehr gut da. Wie sehen die Pläne für die Restsaison aus?

Pläne zu formulieren ist im Fußball immer schwierig. Wir haben unser Saisonziel mit 40 Punkten plus X ausgegeben. Aber wenn wir das erreicht haben, werden wir das Fußballspielen sicher nicht einstellen. Grundsätzlich gilt es, den Klassenerhalt möglichst schnell festzumachen. Der Charakter der Mannschaft ist so, dass sie immer weiter macht. Das hat sie schon in der vergangenen Saison gezeigt, als der Zweitligaaufstieg längst feststand.

Aufsteiger hatten zuletzt in der 2. Liga häufig Probleme, die gute Form in der zweiten Saisonhälfte zu halten. Sehen Sie da auch Schwierigkeiten für Eintracht?

Nein. Man muss aber sehen, wie wir aus den Startlöchern kommen bei der schweren Aufgabe bei Eintracht Frankfurt. Unsere Mannschaft hat oft genug bewiesen, dass sie zu Recht 29 Punkte hat und deshalb auch zu Recht auf Platz acht steht.

Es sind 19 Zweitliga-Spieltage absolviert und analysiert. Wo kann sich Eintracht verbessern?

Ein Teilergebnis unserer Analyse im Winter ist, dass wir trotz unserer nur 22 Gegentore einige Treffer dabei hatten, die fast schon als Geschenke zu sehen sind. Ich denke an die Heimspiele gegen Union Berlin oder Dresden und die Partien in Duisburg und München. Es hat das eine oder andere Spiel gegeben, da waren wir die bessere Mannschaft, aber am Ende hat das Ergebnis nicht zum Spiel gepasst. Wir müssen dazu kommen, unsere Überlegenheit auch in Zählbares umzuwandeln.

Sie können praktisch schon für die nächste Saison planen. Wird sich der Kader verändern?

Grundsätzlich schauen wir nur auf diese und noch nicht auf die neue Saison. Aber es ist schließlich so, dass wir bereits mit einigen Leistungsträgern die Verträge über die Saison hinaus verlängert haben. 20 Spieler bleiben mindestens noch eine weitere Saison in Braunschweig. Der Kader ist gefestigt, das Fundament für die Zukunft ist gelegt. Aber punktuelle Veränderungen wird es mit Sicherheit geben.

Eintracht Frankfurt – Eintracht Braunschweig, Sonntag, 13.30 Uhr

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