Petersch hat noch Luft nach oben

Braunschweig  Der Sommer-Neuzugang musste bei Eintracht lange auf seine Chance warten. Nun hat er ehrgeizige Ziele für die Restsaison.

Im Trainingslager war für Oliver Petersch am zweiten Tag Schluss.

Foto: Mottl/regios24

Im Trainingslager war für Oliver Petersch am zweiten Tag Schluss. Foto: Mottl/regios24

Bevor am Mittwoch die Vorbereitung auf das Frankfurt-Spiel beginnt, gönnt Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht seinen Schützlingen noch einmal einen trainingsfreien Tag. Oliver Petersch wird sich seine Sportschuhe wohl trotzdem schnüren.

„Ich habe eigentlich vor, eine Runde laufen zu gehen“, kündigte der Mittelfeld-Akteur Montagabend an. Kein Wunder, dass der 22-Jährige dieser Tage vor Tatendrang nur so strotzt, nachdem er die, wie er selbst sagt, „wohl entscheidendste Woche“ der Rückrunden-Vorbereitung verletzt verpasst hatte.

Das Trainingslager in Spanien war noch keine 24 Stunden alt, als es für Petersch bereits so gut wie beendet war. Eine Zerrung im Oberschenkel, die er sich in der zweiten Trainingseinheit zugezogen hatte, durchkreuzte seine ehrgeizigen Pläne. „Ich hatte mir so viel vorgenommen“, erzählt Petersch, wohlwissend, dass er die in ihn gesetzten Erwartungen in der ersten Saison-Hälfte nicht vollends erfüllt hat. „Da war noch Luft nach oben“, räumt er selbstkritisch ein.

Lange – länger als erwartet – habe er gebraucht, um sich an das Training in Braunschweig zu gewöhnen. „Intensität und Spielgeschwindigkeit sind hier viel höher als in Oberhausen“, beschreibt er den Unterschied zu seinem Ex-Klub. Auch die Handlungsschnelligkeit, die Trainer Lieberknecht von seinen Schützlingen verlangt, habe ihm zunächst Probleme bereitet.

Obwohl er sich bei den Blau-Gelben zu Saisonbeginn mit einem Reservisten-Dasein arrangieren musste, zwischenzeitlich nicht mal mehr im Kader stand, habe er den Wechsel nach Niedersachsen nie bereut, beteuert Petersch. Schließlich sei es für ihn nur „eine Frage der Zeit“ gewesen, bis er sich an das Niveau beim Zweitliga-Aufsteiger Braunschweig gewöhnen würde.

Die Geduld, die der gebürtige Rheinländer aufbrachte, machte sich erst bezahlt, als die Tage kürzer wurden. Beim Überraschungssieg in Fürth deutete er Ende Oktober erstmals sein Potenzial an. In die Winterpause verabschiedete sich der 22-Jährige dann sogar mit vier Startelf-Einsätzen in Folge. Endlich hatte Petersch das Gefühl, Teil des Ganzen zu sein.

„Ich habe meine Chance genutzt. Aber es ist viel zu früh, mich darauf auszuruhen“, sagt der pfeilschnelle Mittelfeld-Akteur. Deshalb habe er in der Weihnachtspause mehr getan als der Trainingsplan verlangte – im Wald vor der Hautür seiner Eltern drehte er so manche Runde. Von daher überraschte es nicht, dass er Anfang Januar beim Laktat-Test mit hervorragenden Werten auf sich aufmerksam machte.

Umso ärgerlicher war es, dass ihn dann im Trainingslager besagte Oberschenkel-Verletzung außer Gefecht setzte. „Jetzt ist aber wieder alles im grünen Bereich“, betont Petersch. Die Hoffnung auf einen Einsatz am Sonntag in Frankfurt hat er noch nicht aufgegeben. „Ich versuche mich diese Woche im Training anzubieten.“

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