Wolfsburger blutig geschossen: "Oberlippe war glatt durch"
DEL-Referee Thomas Gemeinhardt bekommt in Düsseldorf Puck ins Gesicht
Nicht nur als Eishockey-Spieler lebt man bisweilen gefährlich. Auch als Eishockey-Linienschiedsrichter. Das musste der Wolfsburger Thomas Gemeinhardt am Dienstagabend erfahren. In Düsseldorf bekam er einen Puck gefährlich auf die Oberlippe.
"Als ich die Hand das erste Mal vom Mund wegnahm, war sie schon voller Blut", erzählt Gemeinhardt. An die Szene während des DEL-Spiels DEG Metro Stars gegen Adler Mannheim kann er sich genau erinnern. "Es war Mitte des zweiten Drittels. Ein Mannheimer Pass landete an der Schlittschuhkappe eines Düsseldorfers. Von dort prallte der Puck genau in mein Gesicht. Die Oberlippe war glatt durch."
Gemeinhardt wurde sofort in der Kabine vom Düsseldorfer Mannschaftsarzt Dr.Ulf Blecker "wieder zusammengeflickt". Der Linesman ist zufrieden mit der Arbeit des Mediziners. "Das hat er gut hinbekommen." Anschließend überlegte der Wolfsburger, ob er weitermacht. "Aber es schmerzte doch noch ganz schön heftig. Außerdem wäre es bestimmt nicht so gut gewesen, gleich wieder die Trillerpfeife in den Mund zu nehmen." Zufällig saß Hauptschiedsrichter Markus Krawinkel auf der Tribüne. "Er hat dann meine Schiedsrichter-Klamotten übergezogen und ist als Linesman eingesprungen", berichtet Gemeinhardt.
Am Mittwoch war er in Wolfsburg gleich beim Zahnarzt. "Die beiden Schneidezähne waren etwas locker. Aber Zähne sind nicht abgebrochen, und auch der Kiefer ist nicht betroffen. Ich hatte Glück im Unglück." Auf jeden Fall war es Gemeinhardts schwerste Verletzung in seiner Referee-Karriere. "Weil es auch meine erste ist", sagt er und lacht. "Irgendwann musste es mich ja erwischen."
Als er in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vom Spiel nach Hause kam, fragte ihn seine Frau nur: "Und, was ist mit Freitag?" Da soll Gemeinhardt das EHC-Heimspiel gegen Iserlohn leiten. "Da bin ich in der Eis-Arena. Kein Problem", antwortete er und bekam zu hören: "Na, dann kann es nicht so schlimm sein." Immerhin überlegt er nun, ob er künftig einen Mundschutz trägt.
Dass unsere Zeitung ein Bild vom Unfall auftrieb, findet Gemeinhardt spannend. So kann er seinem erst sechs Wochen alten Töchterchen Lina in einigen Jahren auch zeigen, was Papa für ein harter Typ war.


