„Wir sind die bessere Mannschaft“
Wolfsburg EHC-Manager Charly Fliegauf im Interview über den besonderen Reiz der Play-Offs, über Erwartungen, Favoritenrollen und die Bedeutung des Publikums.
Die Grizzlys verbreiten Eishockeyfieber in der Stadt. Immer mehr Sportfans sind infiziert. Charly Fliegauf hofft auf eine Epidemie. Der Manager des EHC Wolfsburg tut im WN-Gespräch alles dafür, dass sich das Play-off-Virus rasant ausbreitet.
Bis zum Start der Viertelfinal-Serie gegen die Straubing Tigers am Mittwoch, 21. März (19.30 Uhr), möchte er die Infizierten-Zahl am liebsten auf 4503 hochtreiben. So viele Zuschauer fasst die heimische Eis-Arena. In der – und nur in der – gibt es Heilung, verspricht Fliegauf.
Nach dem Erreichen des Finals und dem Gewinn der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr traut Fliegauf seinen Grizzlys auch diesmal viel zu. Selbst die Meisterschaft schließt er nicht aus. Aber der Reihe nach. Hier kommen Fliegaufs Gedanken zur „fünften Jahreszeit“.
Charly Fliegauf über …
… den besonderen Reiz der Play-offs: „Es gibt kein morgen. Im Viertelfinale Best of 7 zu spielen, ist sehr heftig. Aber es ist der Kampf, der letztlich zeigt, wer der Bessere ist. Es wird intensiv werden. Es werden sicher Kämpfe ausgefochten, die sich aufstauen werden über die Distanz. Aber das ist das, worauf die Jungs acht Monate hingearbeitet und hingefiebert haben. Play-offs sind die fünfte Jahreszeit.“
… seine Erwartungen fürs Viertelfinal-Duell mit Straubing: „Die Tigers sind ein unbequemer Gegner. Ich hatte insgeheim aber gehofft, dass wir gegen sie spielen, weil sie uns liegen. Der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen. Es ist wichtig, dass wir gut in die Serie starten. Die Euphorie in Straubing werden wir zu spüren bekommen. Dort müssen wir kühlen Kopf bewahren. Ich denke, wir sind die bessere Mannschaft, müssen es aber in jedem Spiel beweisen.“
… die Vergabe der Favoritenrolle im Duell mit Straubing an den EHC als besser platziertes Team nach der Hauptrunde: „Favorit hin oder her – wir haben Heimrecht, das haben wir uns erarbeitet. Ob wir Favorit sind oder nicht, ist mir völlig wurscht. Unser Ziel ist klar das Halbfinale.“
… die Bedeutung des Publikums in den Play-offs: „Die Zuschauer können mit ihrer Unterstützung die Mannschaft pushen. Eine gute Stimmung übt Druck auf den Gegner aus. Das werden wir in Straubing auch zu spüren bekommen. Wir sind die beste Heimmannschaft in der DEL in dieser Saison. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiter die Unterstützung bekommen. Ich appelliere an alle Wolfsburger und die Menschen in der Umgebung: Wir brauchen bereits in Spiel 1 am Mittwoch die Unterstützung.“
… die Ticketpreis-Erhöhungen in den Play-offs: „Die Play-offs sind das Sahnehäubchen. Man darf nicht vergessen: Die Dauerkarten-Kunden sind von dieser Erhöhung ausgenommen. Das macht die Attraktivität der Dauerkarte aus, die wollen wir forcieren. Ein Vergleich: Bei uns kostet der Stehplatz 15 Euro, in Straubing 24 Euro. In Straubing sind beide Spiele ausverkauft. Das ist nicht das Thema.“
… das, was er dem EHC in den Play-offs zutraut: „Ich traue der Mannschaft einiges zu. Man sollte aber in den Play-offs nicht den Fehler machen, zu weit vorauszuschauen. Unser Ziel ist es, die Viertelfinal-Serie zu gewinnen. Was danach kommt, kann ich nicht sagen.“
… seinen Titelfavoriten: „Für mich gibt es eigentlich keinen. Auch Iserlohn oder Köln können Meister werden, auch der EHC.“
… eine Meisterprämie für die Mannschaft: „Ich habe keine mit dem Team ausgehandelt. Das haben wir auch noch nie gemacht. Das wird, denke ich, dann vom Hauptsponsor kommen.“


