Wiedergutmachung gelingt ohne Standpauke
EHC besiegt Hannover im Derby vor 2968 Fans 3:2
Der EHCWolfsburg hat die Negativ-Serie vermieden. Der Eishockey-Vizemeister siegte am Sonntag zu Hause im prestigeträchtigen Niedersachsen-Derby gegen Hannover mit 3:2 (0:0, 3:2, 0:0).
Matt Dzieduszycki (2) und Nathan Paetsch schossen die Tore für die zuvor zweimal sieglosen Grizzlys. Martin Hlinka und Stephan Daschner trafen für die Scorpions.
Vor 2968 Zuschauern in der Eis-Arena taten die Gastgeber viel für eine Wiedergutmachung für die desaströse Leistung in den ersten beiden Dritteln bei der 3:5-Heimpleite am Freitag gegen Iserlohn. Vor allem die Reihe um Center Tyler Haskins ragte aus einem verbesserten EHC-Team heraus. Haskins lieferte die Vorlagen für alle drei EHC-Treffer. Ex-Skorpion Dzieduszycki traf doppelt, und John Laliberte sammelte ebenfalls zwei Assist-Punkte.
In Führung gingen aber die Hannoveraner. Nach torlosem ersten Drittel lenkte Daniar Dshunussow versehentlich einen neben das Tor gehenden Hlinka-Schuss ins Netz. Der Torwart hatte versucht, den Puck zu stoppen (24.Minute). Erfreulich: Nur 19Sekunden später glich der EHC aus. Dzieduszycki fälschte nach einem Laliberte-Schuss die Scheibe wohl noch ab.
Zum 2:1 (32.) nutzte Dzieduszycki einen Torwart-Abpraller nach Laliberte-Schuss. Paetsch erzielte nach Haskins-Vorlage von der blauen Linie das 3:1 (34.). Dass Hannover nur 35 Sekunden später durch Daschner noch das 3:2 schaffte, blieb Ergebniskosmetik. Im Schlussdrittel hätte der EHC nachlegen müssen. Norm Milley hatte zum Beispiel Pech mit einem Pfostenschuss (54.).
Was hatte die Leistungsexplosion im Vergleich zum 3:5 am Freitag gegen Iserlohn hervorgerufen? Eine kräftige Standpauke von Trainer Pavel Gross war es nicht. "Ich habe gar nichts gesagt", erzählte der Coach. "Es gab keine Aussprache. Manchmal ist das die bessere Variante."
Einzelne Szenen interessierten Gross am Sonntag erst einmal nicht. Ob nun Dzieduszycki oder doch Laliberte das 1:1 geschossen habe, wurde er gefragt. "Ich weiß es nicht, und es ist mir auch egal. Die Hauptsache sind die drei Punkte." Auch über Dshunussows Patzer vor dem 0:1 sah er hinweg. "Daniar hat eine gute Partie gespielt", wiegelte Gross ab und war froh: "Ein paar Spieler waren angeschlagen. Für sie kommt die Pause genau richtig."



