Weckruf des Trainers findet schon Gehör
Nach zwei Spielen wird es schon laut bei Eishockey-Vizemeister EHC Wolfsburg. Der Chefcoach kritisiert vor allem das Abwehrverhalten seines Teams.
Pavel Gross fackelt nicht lange. Nach zwei mäßigen Spielen zählte der Trainer des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg sein Team schon an. Seine Wutrede von Ingolstadt können Sie im Wortlaut lesen – und auch die Reaktionen der Spieler darauf.
Sonntagabend nach der 2:4-Niederlage in Ingolstadt hatte Gross einen überraschend kritischen Auftritt während der anschließenden Pressekonferenz. Was harmlos mit "Guten Abend" begann, endete mit einem zumindest als Weckruf zu bezeichnenden Kritik-Feuerwerk an der Leistung des deutschen Vizemeisters.
Hier die Wutrede im Original-Wortlaut:
"Guten Abend, ich habe eigentlich nicht so viel zu sagen. Ich kann nur der Mannschaft von Rich gratulieren zu einem absolut verdienten Sieg. Wir haben eine Ingolstädter Mannschaft gesehen, die gut gelaufen ist, die in die Zweikämpfe gegangen ist und die Zweikämpfe gewonnen hat. Eine Mannschaft, die den Sieg unbedingt haben wollte.
"Bei manchen von uns stelle ich mir dazu die Frage, ob sie glauben, dass wir hier in der DEL in einer Bier-Liga spielen oder ob sie glauben, sie können einen Urlaub machen hier. Wie manche bei uns in der defensiven Zone spielen, das ist, muss ich sagen, eine absolut peinliche Sache. Wenn wir nicht aufwachen als Mannschaft – und wir werden das auch am Dienstag ansprechen, sofort – muss ich ganz ehrlich sagen, wird es ganz schiefgehen bei uns. Am Freitag haben wir schon Glück gehabt. Das Einzige, was noch positiv ist von dem ganzen Wochenende, ist, dass wir drei Punkte haben. Sonst gar nichts!"
Ebenso bemerkenswert wie die Trainer-Aussagen waren die Reaktionen der Führungsspieler. Kapitän Blake Sloan sagte zum Beispiel: "Ich war zwar nicht mit in Ingolstadt, aber ich habe mit vier, fünf Jungs gesprochen. Alle wissen, dass es kein gutes Spiel von uns war. Wir müssen wieder zu einer Einheit werden und uns alle ans System halten. Es war aber erst das erste Wochenende. Drei Punkte sind ja nicht schlecht. Aber auch wenn es 6 oder 0 geworden wären – entscheidend ist nicht nur die Punktzahl, sondern auch unser gemeinsamer Weg."
Heute steht ausgiebiges Videostudium auf dem Programm. Gross und Co-Trainer Mike Pellegrims haben schon während der Rückfahrt aus Ingolstadt die Aufzeichnungen des Spiels gesichtet und Clips vorbereitet. Kein schöner Anblick erwartet die Grizzlys. Bis Freitag zum Heimspiel gegen Köln müssen die schlimmsten Fehler abgestellt sein."



