Wachablösung im EHC-Tor? Zahlen sagen ja
Wolfsburg Meiste Gegentore in der Liga – auch die Torhüter des EHC Wolfsburg stehen in der Kritik. Neuzugang Vogl läuft Platzhirsch Dshunussow den Rang ab.
„Von bisher 20 Spielen haben uns die Torhüter nur 3 gewonnen. Das ist arg wenig“, moniert EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf. Statistisch enttäuschte bislang vor allem Daniar Dshunussow. Die einst unumstrittene Nummer 1 des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten stürzte in der Torwarttabelle von Platz 2 auf 18 ab. Neuzugang Sebastian Vogl läuft ihm langsam den Rang ab.
Das zeigt ein Blick auf die Statistiken (siehe oben und unten). Grün sind die im Vergleich besseren, rot die schlechteren Werte. Vogls Quote (2,69) ist um 0,69 besser als Dshunussows (3,38). Noch deutlicher fällt der Unterschied aus, wenn man die beiden Berlin-Spiele weglässt, von denen Vogl (3:8) und Dshunussow (2:6) je eines absolvierten. Es war für beide Keeper jeweils der größte Ausrutscher. Dann spricht der Vergleich klar für Vogl (2,05:3,10). Demnach würde er pro Spiel mehr als 1 Treffer weniger kassieren als Dshunussow.
Der sagt: „Eine unbefriedigende Situation. Ich zeige nicht das, was ich in den Vorjahren gezeigt habe.“ 2011/12 war mit einer Gegentorquote von 2,20/Spiel ligaweit Zweiter. Mit sieben Shutouts (Spiele ohne Gegentor) sogar Bester. Zu null spielte in dieser Saison aber erst Vogl einmal. „,Dshuni’ arbeitet derzeit härter und mehr als früher“, stärkt Stürmer Sebastian Furchner seinem Kollegen den Rücken. Aber reicht das?
„Wir brauchen einen Torwart, der uns aus dem Dreck zieht“, sagt Trainer Pavel Gross. Die Betonung liegt auf „einen“. Offenbar denkt er darüber nach, einen Keeper zur echten Nummer 1 zu machen. Dafür spricht auch die Aussage des Sportdirektors. „Die Trainer werden sich entscheiden, mit wem sie in die nächsten Spiele gehen“, sagt Fliegauf.
Dshunussow, dessen Vertrag ausläuft, könnte seinen Status verlieren. Nach außen gibt er sich ruhig: „Wenn man Krisen richtig angeht und weiter hart arbeitet, geht man gestärkt aus ihnen hervor. Das habe ich in meiner Zeit beim EHC schon öfter erlebt.“

