Trainer Gross macht sich Mut: Ich glaube an die Mannschaft
Wolfsburg Die Wende muss her beim EHC Wolfsburg. Gegen Nürnberg wollen die Grizzlys die Wende herbeiführen.
Trainer Pavel Gross vertraut den Formationen, die in Straubing gut spielten, aber 3:5 verloren. Nur im Tor deutet sich fürs Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr, Eis-Arena) gegen Nürnberg eine Änderung an. Sebastian Vogl dürfte nach Daniar Dshunussows jüngsten zwei Patzern von Beginn an spielen.
„Ich glaube an die Mannschaft“, sagt Gross. Beim Blick auf die Tabelle fällt es den ersten Fans sicherlich schwer, die Hoffnung des Trainers zu teilen. Nach 18 Spieltagen rangiert der EHC auf dem letzten Tabellenplatz. Aber: Bislang stand das treue Wolfsburger Publikum geschlossen hinter seinen Grizzlys. Pfiffe und Missfallensäußerungen gab es noch keine.
Dafür ist Gross dankbar. „Obwohl wir eine schwere Zeit durchmachen, unterstützen uns die Fans toll. Ich bin froh, dass sie uns nach den zuvor zwei, drei guten Jahren nun nicht gleich fallen lassen.“
Heute können die Anhänger eine große Rolle spielen. Der EHC will endlich den ersten Drei-Punkte-Sieg in dieser Saison zu Hause einfahren. Andernfalls vergrößert sich der Rückstand aufs Tabellenmittelfeld weiter. Aber die Grizzlys lassen sich von individuellen Fehlern schnell aus dem Tritt bringen. Das sind die Momente, in denen sie besonders lautstarke Unterstützung von den Rängen brauchen. Damit sie nicht erneut trotz guter Leistung verlieren.
Angesichts der sinkenden Temperaturen des nahenden Winters besteht zudem Hoffnung auf steigende Zuschauerzahlen. Dieses Phänomen war schon in den vergangenen Jahren zu beobachten. Offenbar entdeckt der Wolfsburger die Grizzlys immer erst im November und Dezember. Gegen Nürnberg wäre für die Sportfans der Region eine gute Gelegenheit, mit den EHC-Besuchen zu beginnen.
Wie Wolfsburg haben die Gäste aus Nürnberg auch einige Verletzte zu beklagen. Von der Papierform her ist der Tabellensiebte ein Spitzenteam. Vor allem in der Offensive. „Im Sturm gehören die Nürnberger zu den zwei, drei besten Mannschaften der Liga. Außerdem haben sie große und hart spielende Verteidiger“, sagt Gross.
Der Coach versucht, trotz der Krise gelassen zu wirken. Er setzt auf jeden Einzelnen im Kader. Ohne die Langzeitverletzten sowie den suspendierten und in die USA abgereisten Niko Dimitrakos stehen ihm 20 Spieler zur Verfügung. „Ich werde alle einsetzen. Wir beginnen mit vier Reihen“, sagt Gross mutig.
Ist das schon der Mut der Verzweiflung? Nein, noch nicht…

