Tragischer EHC-Held sagt wehmütig adieu
Wolfsburg 20 Tore reichten nicht für einen neuen Vertrag. David Laliberté kostete ein Kreuzbandriss wohl die Zukunft beim EHC Wolfsburg.
Eishockey-Helden brachte der EHC Wolfsburg schon einige hervor. Zum tragischsten in der abgelaufenen Saison avancierte der scheidende David Laliberté.
Nach schwachem Start schon fast als Fehleinkauf auch von unserer Zeitung abgestempelt, brachte es der Stürmer noch auf 20 Saisontore und zeigte es seinen Kritikern – bis zum nächsten Rückschlag. Ein Kreuzbandriss zur Unzeit stoppte den famosen Aufwärtstrend des Franko-Kanadiers.
Fünf Tage vor Beginn des Play-off-Viertelfinals passierte es kurz vor Trainingsende. „Ich hatte einen guten Lauf und hätte diesen wohl auch in den Play-offs fortgesetzt“, sagt der 26-Jährige. Während sich seine Kollegen am Sonntag anlässlich der Saisonabschlussfeier noch einmal von den Fans feiern ließen, blieb es ruhig um „Lali“. Er war nach der Operation im Wolfsburger Klinikum gerade erst nach Hause entlassen worden. „Ich muss mich schonen, habe von den Ärzten Ruhe verordnet bekommen.“
Zu selbiger wollte der rechte Außenstürmer in Wolfsburg, seiner ersten Europa-Station, finden. Zuvor hatte er innerhalb gut eines Jahres für vier Teams in Nordamerika gespielt, war des Wechselns müde. Daraus wurde nichts. Trotz einer Leistungsexplosion in der zweiten Saisonhälfte muss er die Grizzlys nach nur einer Spielzeit wieder verlassen. „Schade“, sagt er, „ich wäre gern geblieben.“
Dafür trotzte er aller Kritik und arbeitete im Training hart an sich. „David hatte es nicht leicht, ließ sich aber nie hängen“, berichtet zum Beispiel Verteidiger Benedikt Kohl und zollt dem oft Gescholtenen Respekt dafür. Den erkämpfte sich Laliberté auch bei den Gegnern. Die fürchteten vor allem die Powerplay-Stärke des technisch versierten Kraftpakets. Mit zehn Überzahltoren zählte er zur DEL-Spitze.
Sein Berater signalisierte dem EHC früh das Interesse seines Klienten an einer Vertragsverlängerung. „David zählt zu den Spielern, die sich für einen neuen Vertrag empfehlen können“, hatte EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf zum Saisonende hin öffentlich dazu gesagt. Selbst zwei Dreierpacks, die einzigen eines EHC-Profis in der vergangenen Saison, verhinderten den Zwangsabschied nicht. Spätestens der Kreuzbandriss führte zur Entscheidung gegen eine Weiterverpflichtung.
Noch etwa zwei Wochen bleibt Laliberté in Wolfsburg, um das operierte Knie von den Ärzten kontrollieren zu lassen. Aus der Zeitung erfuhr er schon, dass der EHC mit Greg Moore aus Augsburg seinen Nachfolger verpflichtet hat. Trotzdem bleibt er Gentleman. „Ich habe mich in Wolfsburg wohl gefühlt und hier viel gelernt. Der EHC hat sehr gute Coaches. Für mich war es ein tolles Abenteuer.“
Das ist vorbei und es heißt: Adieu, Monsieur Laliberté!



