Tigers erteilen EHC die Höchststrafe
Wolfsburg Das „Wunder von Straubing“ blieb aus. Eishockey-Vizemeister EHC Wolfsburg ist nach der vierten Pleite im vierten Play-off-Spiel ausgeschieden.
Das war’s! Trotz einer 1:0-Führung verlor der EHC Wolfsburg auch Spiel 4 im Viertelfinale gegen Straubing und ist raus aus den Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga. 3:7 (1:0, 0:4, 2:3) hieß es am Mittwochabend und in der Serie 0:4 – die Höchststrafe!
Acht Ausfälle waren für die anfangs wacker kämpfenden Grizzlys nicht zu verkraften. Keiner der angeschlagenen Spieler kehrte rechtzeitig zurück. Mit Christoph Höhenleitner und Patrick Davis spielten zwei Stürmer in der Abwehr, weil der EHC nur noch vier einsatzbereite Verteidiger zur Verfügung hatte. Christopher Fischer (gesperrt), Armin Wurm, Nathan Paetsch und Marvin Degon (alle verletzt) fehlten. Außerdem standen mit Tyler Haskins, David Laliberté, Matt Dzieduszycki (alle verletzt) und André Huebscher (gesperrt) vier Angreifer nicht zur Verfügung.
Trotzdem keimte nach dem 1:0 durch Colin Beardsmore (17. Minute) noch einmal Hoffnung auf. Aber die Wolfsburger machten erneut zu viele individuelle Fehler und spielten zu undiszipliniert. In der letzten Minute des ersten Drittels holten sich Adrian Foster und Benedikt Kohl binnen 27 Sekunden zwei Strafen ab. Die folgenden 1:33 Minuten 5:3-Überzahl nutzten die geduldigen Gastgeber zum 1:1-Ausgleich durch Bernhard Keil. Unglücksrabe Sebastian Furchner legte unfreiwillig auf, statt zu klären.
Danach brachen alle Dämme. Laurent Meunier (24.), Matt Hussey (33.) nach Norm Milleys Puckverlust und Bruno St. Jacques (39.) drehten das Match im Mittelabschnitt – 1:4 aus Sicht der Grizzlys. Die machten auch in den letzten 20 Minuten ihrer Saison eine unglückliche Figur. Foster (45.) bugsierte unabsichtlich eine Scheibe ins eigene Tor. Eigentore gibt es im Eishockey nicht, Matt Hussey bekam den Treffer offiziell.
Es folgte ein munteres Scheibenschießen auf beiden Seiten. Carsen Germyn (46.) und Daniel Sparre (51.) für die Tigers sowie Milley (49.) und Kai Hospelt (55.) für die Grizzlys sorgten für bedeutungslose Treffer, das Match war längst entschieden.
EHC-Trainer Pavel Gross hatte alles versucht. Wie schon zum Ende des dritten Spiels bündelte er seine verbliebenen Topstürmer Hospelt, John Laliberte und Milley in einer Angriffsreihe – ohne Erfolg. Der in der Hauptrunde überragende Daniar Dshunussow verlor das Torwartduell mit Straubings Magier Barry Brust deutlich. „Dshuni“ trägt aber nicht mehr Schuld am Ausscheiden als alle anderen EHC-Profis.
„Ein Desaster“, kommentierte Pavel Gross das Viertelfinal-Aus und trat eine bittere Heimfahrt an.



