Spiel um die goldene Ananas rückt immer näher
Wolfsburg Die Problembären kultivieren weiter die Last-Minute-Pleiten. In Hannover verschenkte der EHC Wolfsburg beim 2:4 erneut kurz vor Ende wichtige Punkte.
Die Play-offs rücken in immer weitere Ferne, dafür ist das Spiel um die goldene Ananas zum Greifen nah. Eishockey-Erstligist EHC Wolfsburg fand auch am Freitagabend in Hannover einen Weg zu verlieren. 2:4 (0:1, 1:1, 1:2) unterlagen die Grizzlys und bleiben abgeschlagener Tabellenletzter der DEL.
Die Verteidiger Benedikt Kohl und Robbie Bina trafen für den EHC. Für die Scorpions-Tore sorgten die Ex-Wolfsburger Ivan Ciernik, David Sulkovsky und Andreas Morczinietz sowie Chris Herperger. Das war die vierte Niederlage in Folge für die zu Problembären mutierten Grizzlys.
Die Verunsicherung war dem Tabellenletzten im ersten Drittel deutlich anzusehen. Bis auf Justin Merciers halbherzigen Schlenzer (13. Minute) brachte der EHC nichts aufs Tor. Immerhin: Auch von Hannover war nur wenig zu sehen. Elf Sekunden vor der ersten Pause staubte Ex-Grizzly Ivan Ciernik zum 1:0 ab.
Nach dem Seitenwechsel wogte die Partie hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Hannovers Dimitri Pätzold und Wolfsburgs Sebastian Vogl verhinderten vorerst weitere Tore. Kurz vor Ablauf einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Tyler Haskins aber erhöhte Hannovers Chris Herperger auf 2:0 (31.).
Zu dem Zeitpunkt lag Tabellenplatz 10 und die damit verbundene Play-off-Teilnahme aber so weit entfernt von den Grizzlys wie die Erde vom Mars. Bei 4 gegen 3 startete Kohl mit seinem ersten Saisontor am 23. Spieltag die Rettungskapsel des EHC-Raumschiffs – 2:1 (40.). Bemerkenswert: Top-Star Norm Milley und Neuzugang Justin Mercier bekamen vom Ende des letzten Drittels an keine Eiszeit mehr.
Im letzten Abschnitt kämpften die Grizzlys um ihre vielleicht schon allerletzte Chance. Lohn: „Mister Zuverlässig“, Robbie Bina, glich zum 2:2 (41.) aus. Nur 42 Sekunden nach Wiederbeginn. Es hätte ein überlebenswichtiges Tor sein können. „Wir müssen auch mal mit einem 1:1 oder 2:2 nach 60 Minuten zufrieden sein“, hatte Trainer Pavel Gross gefordert. Punkt für Punkt sammeln wie die Eichhörnchen, hieß die Strategie.
Doch statt des Fleißes nahm der ein oder andere EHC-Profi nur den IQ eines Eichhörnchens an. Strafe gegen Sean Blanchard (55.), Tor Sulkovsky (56.) – 3:2 für Hannover. Genau das sollte vermieden werden. Was willst du da als Trainer machen…?! Morczinietz band 15 Sekunden vor Schluss mit einem Schuss ins leere Tor zum 4:2 den Sack zu.
Am Sonntag (14.30 Uhr, Eis-Arena) kommt Straubing. Heute (14 Uhr, VIP-Raum) gibt es einen Fan-Talk. Wie reagieren wohl die Anhänger?


