Simon Danners Leidenszeit – und kein Ende
Wolfsburg Seit zehn Wochen muss Simon Danner wegen einer Gehirnerschütterung schon zuschauen. Ein Ende der Zwangspause des EHC-Stürmers ist nicht in Sicht.
Simon Danner war einer der viel versprechendsten EHC-Neuzugänge. Eine schwere Gehirnerschütterung am 4. Spieltag bremst den Stürmer weiter auf unabsehbare Zeit aus. Seine Leidenszeit geht mit der des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten einher. Besserung stellt sich nur langsam ein.
„Ich bin mit dem Kopf voll gegen die Bande geprallt“, erinnert sich Danner an die Szene am 23. September aus dem Spiel bei der Düsseldorfer EG (Endstand 1:2 n. P.). Es begann die längste Verletzungspause in der Karriere des gebürtigen Freiburgers. „Ich dachte, nach vier Wochen könnte ich wieder anfangen.“ Mittlerweile fehlt er seit mehr als zehn Wochen. Ein Ende der Leidenszeit ist nicht in Sicht. „Ich hatte am Wochenende mit leichtem Fahrradfahren begonnen. Danach bekam ich aber wieder Kopfschmerzen. Deshalb mache ich erst einmal wieder gar nichts.“
Danner versucht, das Positive zu sehen. „Ich kann schon wieder ein normales Leben führen, nur nicht meinen Beruf ausüben.“ Schlimm war die erste Zeit nach dem Unfall. „An den ersten beiden Tagen hatte ich alle zwei, drei Minuten Schwindelanfälle, egal, ob ich stand oder lag. Drei Wochen lang konnte ich kein Fernsehen gucken. Selbst aufs Handy schaute ich nur ein-, zweimal am Tag. Ich hatte nur leise Radio laufen“, erzählt der 25-Jährige. Noch immer spürt er die Nachwirkungen, nicht nur unter Belastung. „Ich habe das Gefühl, dass ich vergesslicher geworden bin.“
Um auf Nummer sicher zu gehen, standen und stehen viele Arztbesuche auf dem Programm. Aktuell bemühe sich der EHC um einen Termin bei einem Spezialisten in Hannover. „Es ist wichtig für mich zu wissen, dass alles in Ordnung ist oder kommt.“
Hart ist Danners Verletzungspause auch für Ehefrau Felicitas. „Sie musste viel aushalten. Ich war anfangs ziemlich schlecht gelaunt und zickig.“ Die sportliche Krise der Mannschaft hebt Danners Laune auch nicht gerade. „Wenn ich in der Kabine bin, versuche ich, auch mal einen lockeren Spruch zur Aufheiterung zu machen.“ Danner ist überzeugt: „Es stimmt in der Mannschaft und auch zwischen Mannschaft und Trainern. Viele Spieler – so wie ich – sind auch wegen Pavel Gross nach Wolfsburg gekommen.“
Danners sehnlichster Weihnachtswunsch lautet in diesem Jahr Gesundheit. Und an zweiter Stelle wohl insgeheim, mit dem EHC doch noch die Play-offs erreichen zu können. „Die meisten von uns haben noch nie solch eine schwierige sportliche Situation erlebt. Klar, dass wir im Moment nicht ständig gute Laune haben. Aber die Chance, mindestens Zehnter zu werden, ist noch da. Und auch der Wille!“
