Perfekt: EHC holt Mittelstürmer Niko Dimitrakos
Wolfsburg Auf einmal ging alles ganz schnell: Mit Niko Dimitrakos verpflichtete der EHC Wolfsburg den gesuchten Center, an dem sie schon länger dran waren.
Der Sturm des EHC Wolfsburg ist komplett. Für die letzte offene Center-Stelle angelte sich der Eishockey-Erstligist einen Top-Mann. Noch am Tag des Bekanntwerdens des Interesses meldeten die Grizzlys den Transfer des Ex-Mannheimers Niko Dimitrakos am Mittwoch als perfekt.
Der gebürtige US-Amerikaner mit den griechischen Wurzeln unterschrieb beim EHC einen Ein-Jahres-Vertrag. „Niko ist ein hervorragender Schlittschuhläufer, hat einen sehr guten Schuss und kann vielseitig eingesetzt werden. Mit ihm wird auch unser Powerplay noch variabler und effektiver sein“, sagt Sportdirektor Charly Fliegauf.
Mit Unterstützung von Trainer Pavel Gross hat Fliegauf wieder viel Verhandlungsgeschick bewiesen. Noch im Winter hatte Dimitrakos dem EHC eine Absage erteilt. Wegen des Ausfalls von Tyler Haskins hatte Fliegauf den seinerzeit bei Wilkes-Barre in der nordamerikanischen AHL spielenden Dimitrakos nachverpflichten wollen. Vergeblich. „Er war zu teuer.“ Den Zuschlag bekam damals Mannheim, wo er im Jahr zuvor schon eine halbe Saison gespielt hatte.
Doch nach zwei sportlich mäßigen Spielzeiten war Dimitrakos offenbar bereit, auf Gehalt zu verzichten. Mit Ehefrau Joanne und den Kindern Mia, Jade und Demi entschied er sich für den familienfreundlichen Standort Wolfsburg. Ex-Grizzly Ken Magowan hatte der neuen Nummer 13 des EHC aus erster Hand berichtet. „Niko war in Mannheim Zimmerkumpel von Kenny“, berichtet Fliegauf.
Mit Dimitrakos, Kai Hospelt und Haskins verfügt der EHC nun über drei potenzielle Klasse-Center. Hinzu kommt der junge, aufstrebende Patrick Pohl. Stellt die Auswahl Trainer Gross vor ein Luxusproblem? „Nein“, sagt der und will erst einmal abwarten, ob letztlich alle ihre Klasse aufs Eis bringen. „Vergangene Saison hatte ich auch gedacht, dass wir mit Patrick Davis als Nummer 3 und Stephen Werner als hungrige Nummer 4 stark aufgestellt seien.“ Davis und Werner erfüllten die Erwartungen aber nicht und mussten den Klub nach nur einer Spielzeit wieder verlassen.
Aber der Chefcoach freut sich über Dimitrakos’ Verpflichtung. „Er bringt Kreativität ins Team.“ Gross plant ihn auch fest fürs Powerplay ein. Auch deshalb war es wichtig, dass der Neue ein Rechtshänder ist. „Niko soll Norm Milley entlasten. Der war vergangene Saison teilweise sehr auf sich allein gestellt.“ Was Dimitrakos zudem auszeichnet: „Er schießt gerne.“ Auch aus der Distanz. Ein Talent, mit dem Milley nicht unbedingt gesegnet ist.
Allerdings weiß Gross auch um Dimitrakos’ Schwächen. „Das Defensiv-Spiel ist nicht sein größtes Plus.“ Aber auch andere Spieler seien mit negativen Plus-Minus-Bilanzen nach Wolfsburg gekommen und hätten hier sogar zweistellige positive Werte aufgewiesen. Gross: „Ich erinnere mich zum Beispiel an Matt Dzieduszycki und Patrick Davis.“
Dimitrakos ist 33 Jahre alt, 1,78 Meter groß und 87 Kilogramm schwer. Zuletzt verzeichnete er in Mannheim in 24 Spielen 5 Tore und 10 Assists. Zudem spielte er 178-mal (25 Tore, 46 Assists) in der NHL.

