Lukas Lang kann im Sommer gehen
Das Kapitel Lukas Lang beim EHC Wolfsburg könnte eher und unkomplizierter enden als gedacht. Die Verantwortlichen des Eishockey-Erstligisten sind unzufrieden mit den Leistungen des Torwarts. Den können sie nach der Saison problemlos ziehen lassen,
Was bisher nicht kommuniziert worden war. „Lang erhält einen Vertrag bis 2013“, schrieb der EHC am 24. April 2011 in einer Pressemitteilung, in der er den Transfer des mittlerweile 25-Jährigen von Mannheim nach Wolfsburg kommunizierte. Stimmt, aber ein Detail teilte der Klub nicht mit: Das zweite Jahr ist optional. Wenn der EHC die Option nicht zieht, muss Lang nach der Saison gehen. Das bestätigte Sportdirektor Charly Fliegauf auf Nachfrage unserer Zeitung.
Derzeit stehen die Zeichen auf Trennung. Cheftrainer Pavel Gross hat sich für Daniar Dshunussow als klare Nummer 1 entschieden und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. „Ich hatte mir das anders vorgestellt. Dass sich die Sache so herauskristallisiert hat, ist einfach so“, sagt Gross zur Torwart-Hierarchie. Und weiter: „Ich hatte es anders vor. Ich wollte an die vergangenen zwei Jahre anknüpfen.“
Da teilten sich Dshunussow und der nach München gewechselte Jochen Reimer die Spiele zu ähnlicheren Anteilen auf als die EHC-Torhüter in dieser Spielzeit. Aktuell herrscht ein krasses Ungleichgewicht. Dshunussow (24 Einsätze/1407 Spielminuten) liegt weit vor Bankdrücker Lang (4/221). Dabei hatte Fliegauf bei Bekanntgabe des Transfers noch angekündigt: „Daniar und Lukas (...) werden sich gegenseitig motivieren, um gute Leistungen für uns abrufen zu können.“ Dem ist bislang offenbar nicht so. Gross knallhart: „Ich muss die Lage analysieren und darauf reagieren.“
Aber auch Lang hatte beim Wechsel andere Vorstellungen. Dass ihn Gross vor einigen Wochen aus Leistungsgründen aus dem Mannschaftstraining verbannte, war der unrühmliche Höhepunkt der bisherigen Zusammenarbeit. „Es ist eine unangenehme Situation für mich“, sagt der Torwart, hat aber das Kapitel Wolfsburg offenbar noch nicht abgeschlossen.
„Ich werde mich von allen äußerlichen Einflüssen nicht unterkriegen lassen. Im Training werde ich Gas geben und mich anbieten. Richtig beweisen, kann ich mich aber nur im Spiel.“ Aber nicht heute in Hannover. Da muss er zu Beginn erst einmal wieder auf die Bank.

