In Überzahl geht (fast) nichts
Warum der EHC Wolfsburg in der DEL-Statistik mit einer Erfolgsquote von unter 10Prozent den letzten Platz belegt
Das Powerplay wird zur Achillesferse des EHC. Nach zehn Spielen fiel die Erfolgsquote unter 10Prozent und Wolfsburgs Eishockey-Erstligist auf den letzten Platz dieser DEL-Statistik zurück. In Überzahl gab es erst 3Tore aus 33Überzahlsituationen.
Aber schon ein Gegentor trotz eines Mannes mehr auf dem Eis. Das zieht die Powerplay-Bilanz des EHC weiter runter. Zum Vergleich: Am Ende der vergangenen Saison hatte der Vizemeister eine mehr als doppelt so hohe Erfolgsquote von 20,85Prozent (49Tore/235Powerplays) und rangierte in der Tabelle auf Platz5.
Seit Saisonbeginn fordern Cheftrainer Pavel Gross und Sportdirektor Charly Fliegauf: "Das Powerplay muss besser werden." Bislang verpufften die Appelle und Trainingsbemühungen. Was sind die Gründe für die miese Powerplay-Bilanz?
Probleme beim Einnehmen der Überzahl-Formation: Spielt der puckführende Akteur die Scheibe tief, erobern seine Mitspieler in den Ecken zu selten die Scheibe. Der Gegner kann sich befreien.
Der EHC zwingt die Gegner seltener als früher zu Fouls: Mit erst 33Überzahlsituationen liegt die Gross-Truppe auf dem vorletzten Platz in dieser Tabelle. Schlusslicht Köln hat zudem ein Spiel weniger ausgetragen als der EHC, kann diesen noch überholen. Zum Vergleich: Mit 235Powerplays hatte der EHC 2010/2011 die drittmeisten. Den aktuellen Schnitt von 3,3 pro Spiel hochgerechnet, landet er am Saisonende bei 172. So viele hatte im Jahr zuvor Mannheim als Schlechtester.
Von der blauen Linie kommt im Powerplay zu wenig Druck: Der EHC hat keinen Jan-Axel Alavaara mehr. Der nach Skelleftea gewechselte Verteidger war ein gefürchteter "Blueliner" (10Hauptrunden-Tore). Nun liegt die ganze Last auf Christopher Fischers Schultern. Er erhält wenig Unterstützung von seinen Abwehrkollegen. Der EHC wartet noch immer auf sein erstes Verteidiger-Tor in Überzahl.
Ken Magowan fehlt vor des Gegners Tor: Der nach Mannheim gewechselte Stürmer ging im Powerplay dahin, wo es wehtut. Er nahm dem Torwart nicht nur die Sicht, sondern nutzte Abpraller auch oft zu "dreckigen Toren". 15-mal inklusive Play-offs traf er in Überzahl.


