Hospelt: Wir werden nicht am Druck zerbrechen
Wolfsburg Das erste von drei Endspielen um die Teilnahme am Viertelfinale der Eishockey-WM bestreitet das EHC-Trio am Samstag gegen Dänemark.
Am Samstag steigt das erste von drei „Endspielen“ für Deutschland um den Einzug ins Viertelfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft. Von 16.15 Uhr an (live auf Sport 1) heißt der Gegner in Stockholm Dänemark.
Der Verlierer der Partie kann seine Chancen auf ein Weiterkommen begraben. „Druck ist auf jeden Fall da, aber daran werden wir nicht zerbrechen“, sagte Kai Hospelt. Der Stürmer des EHC Wolfsburg und seine beiden Vereinskollegen Christopher Fischer und Sebastian Furchner stehen auch im fünften Gruppenspiel im 22er-Spieltagskader.
Nach drei Niederlagen in Folge gegen Lettland (2:3), Russland (0:2), Schweden (2:5) und zuletzt zwei freien Tagen ist die DEB-Auswahl heiß auf ihren zweiten Turniersieg.
„Gute Stimmung, gutes Tempo war das heute. So müssen wir gegen Dänemark von Anfang an spielen“, sagte Hospelt am Freitag in der schwedischen Hauptstadt nach einer Übungseinheit. Rückblickend auf die jüngste Pleite gegen die starken Gastgeber analysierte er: „Wir haben insgesamt zu viele Fehler gemacht. Top-Mannschaften wie Schweden nutzen so etwas sofort gnadenlos aus. Phasenweise war unser Spiel zu kompliziert. Nur wenn wir einfach gespielt haben, war es besser.“
Die Wochenend-Aufgaben Dänemark und am Sonntag (20.15 Uhr, live auf Sport 1) Norwegen sind lösbar. „Wir wussten vorher, dass wir diese Spiele gewinnen müssen, und das wollen wir auch tun“, hatte Hospelt bereits angekündigt.
Die Niederlagen-Serie hat das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker nicht ins Tal der Tränen gestürzt. Die Nationalspieler bleiben positiv, berichtete Furchner und erklärte, warum das wichtig ist: „Wir haben noch große Spiele vor uns, dürfen nicht in einen Negativ-Strudel geraten.“
Der Stürmer genießt bei seinem Nationalmannschafts-Comeback jede Sekunde Eiszeit. Denn: Schnell könnte für ihn die WM vorüber sein. Furchners Ehefrau Andrea erwartet das zweite Kind des Paars, ist hochschwanger. „Wenn sich die Geburt anbahnt, nehme ich den nächsten Flug zurück nach Hause.“ Das hatte der Stürmer vor WM-Start mit dem Bundestrainer vereinbart. Bis Freitagabend weilte „Furchi“ aber noch in Schweden.
Kritik ernteten er und seine Teamkollegen vor allem wegen ihrer fehlenden Effizienz im Angriff. Deutschland schoss bislang in vier Spielen erst sieben Tore (1,75 pro Spiel). Deshalb denkt Kölliker über Umstellungen nach. Nur die Reihe Christoph Ullmann (Mannheim), Philip Gogulla (Köln) und Patrick Reimer (künftig Nürnberg) bleibt auf jeden Fall zusammen. Was sonst passiert, hängt auch von der möglichen Rückkehr des zuletzt verletzten André Rankel (Berlin) ab.
Auch das Powerplay überzeugte noch nicht durch Durchschlagskraft. Furchner selbst durfte zwar in Überzahl noch nicht ran, stärkte seinen Kollegen aber den Rücken. „Wir haben zwei hervorragende Powerplay-Reihen. In den nächsten zwei Spielen wird unser Überzahlspiel ein Faktor sein, es wird besser klappen.“ Dafür sorgen sollen auch Hospelt und Verteidiger Fischer, der beim 3:0-Auftaktsieg gegen Italien schon einmal von der blauen Linie erfolgreich war.
Ob Dennis Endras (zuletzt Helsinki) oder Dimitrij Kotschnew (künftig Hamburg) gegen die Dänen im Tor steht, ließ der Bundestrainer ebenfalls noch offen. In der Vorbereitung gelangen den Deutschen zwei Siege über Dänemark. Ihre WM-Bilanz gegen die Skandinavier ist aber negativ: vier Niederlagen in sechs Spielen. Fischer lässt sich nicht beirren. „Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir gewinnen“, sagte er.
