Grygiel und Köttstorfer kehren zurück
Wolfsburg Der EHC will nachlegen, und die Personalsituation gibt es her: Wolfsburgs Eishockey-Erstligist fährt mit einem gut gefüllten Kader nach Iserlohn.
Der Kader füllt sich, das Lazarett leert sich beim EHC: Wolfsburgs Eishockey-Erstligist reist am Freitag mit Adrian Grygiel und Rainer Köttstorfer an Bord zum Spiel bei den Iserlohn Roosters (Beginn 19.30 Uhr). Und: Auch Kilian Keller ist weiter dabei.
Der junge Verteidiger reicht für Freitag wieder einen Tag Urlaub im Pfrontener Rathaus ein, wo er parallel zum Eishockey eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten absolviert. Von wegen mit Förderlizenz in Füssen spielen – Keller pendelt derzeit zwischen Bayern und Niedersachsen. „Das muss man tun, wenn man als Spieler Karriere machen will“, sagt Trainer Pavel Gross und lobt den jüngsten EHC-Profi: „Er hat einfach und solide gespielt. Ich bin froh, dass er dabei ist.“
Auch die voraussichtliche Rückkehr Köttstorfers und Grygiels (beide waren mehrere Wochen mit Zerrungen ausgefallen) freut den Coach. Damit hat er nun sieben Verteidiger und elf Stürmer zur Verfügung. Fast Luxus im Vergleich zum vergangenen Wochenende.
Die größte Veränderung könnte aber im dritten Mannschaftsteil erfolgen, dem Tor. Die spannende Frage: Bricht Gross mit dem ehernen Eishockey-Gesetz, nach einem Zu-null-Spiel nie den Torwart zu wechseln? Eigentlich kaum denkbar. Sebastian Vogl zeigte am Dienstag beim 3:0 in Ingolstadt eine bärenstarke Leistung und erntete Lob von allen Seiten. Er bescherte dem EHC den ersten „Shut-out“ der Saison und stand auch im Vorbereitungsmatch in Iserlohn (Endstand 4:1) erfolgreich im Grizzly-Kasten.
Aber: Gross trifft oft sehr gegnerspezifische Entscheidungen, zieht dafür gern die Erfahrungen aus vergangenen Spielen und Saisons heran. Und der Blick auf die Iserlohn-Historie des EHC zeigt: Dshunussow feierte zwei seiner sieben Zu-null-Spiele aus 2011/2012 in – richtig – Iserlohn! 3:0 und 7:0 siegten die Grizzlys seinerzeit. Und das, obwohl im Sauerland „das lauteste Stadion der DEL“ (Gross) steht. Am Dienstag hatte der Trainer Vogls Aufstellung im Spiel in Ingolstadt damit begründet, dass der Neuzugang als ehemaliger Panther-Profi die Atmosphäre kennt und motiviert ist. „Ich hatte ,Dshuni’ nicht auf die Bank gesetzt, weil er schlecht gespielt hatte, sondern es war an der Zeit, Sebastian wieder eine Chance zu geben.“ Ehernes Eishockey-Gesetz kontra Gesetz der Serie – eine Regel muss Gross heute brechen…
