Fliegauf übt auf wechselwilligen Laliberte Druck aus
John Lalibertes Weggang am Saisonende – nun bezieht EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf erstmals Stellung, sagt: "Ich gehe davon aus, dass sich ,Libs’ gegen uns entschieden hat. Aber wir erwarten von ihm gute Leistungen bis Saisonende. Wir bezahlen ihn schließlich noch."Seit Wochen liefen die Verhandlungen zwischen dem Stürmer und den Verantwortlichen des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten. "Wir haben das bestmögliche Angebot abgegeben. Ich habe von ihm keine Antwort bekommen. Aber ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie es läuft. Wenn er bleiben wollte, hätte er es uns schon gesagt", erklärt Fliegauf.
Nach Informationen unserer Zeitung ist Lalibertes Wechsel beschlossene Sache. Als sein kommender Arbeitgeber gelten die finanzkräftigen Ingolstadt Panther . Deren Offizielle dementierten entsprechende Gerüchte von Anfang an nicht, sondern befeuerten sie sogar. Angesprochen auf den Namen Laliberte sprach Panther-Sportdirektor Jim Boni mehrfach von einem "guten und interessanten Spieler". Im Profi-Sport zumeist ein sicheres Zeichen für eine zumindest kurz bevorstehende Einigung mit dem Kandidaten. In der Szene geht man im Fall Laliberte sogar schon von einem erfolgten Vertragsabschluss aus.
Nach drei Jahren ist für den Stürmer im Frühjahr folglich Schluss bei den Grizzlys. Das Problem bei frühzeitig feststehenden Wechseln: Regelmäßig gehen sie mit einem Leistungsverlust einher. Ein negatives Beispiel in der EHC-Vergangenheit war Justin Papineau. Nachdem sich der Center im Herbst 2008 mit Mannheim einig war, rief er nur noch selten seine Topform ab. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Ganz anders lief es vergangene Spielzeit. Top-Torjäger Ken Magowan entschied sich vor einem Jahr, im darauffolgenden Sommer nach Mannheim zu wechseln. "Kenny ist zu uns gekommen und hat uns gesagt, dass er sich bis zum Schluss den Hintern aufreißen werde. In den Play-offs war er unser bester Stürmer. Hut ab", erinnert sich Fliegauf.
Das gleiche positive Verhalten erwartet der Sportdirektor nun von Laliberte. Erst recht, weil der US-Amerikaner schon seit Saisonbeginn deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Fliegauf: "Wir als Klub können das wenig beeinflussen. Das ist auch eine Charakterfrage. John ist vom Naturell her eher in sich gekehrt. Aber er kann versichert sein, dass er von uns bis zum Schluss die 100-prozentige Unterstützung bekommt, um wieder der Alte zu werden. Ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann."
Trainer Pavel Gross lobt in dem Zusammenhang: "John ist wie Tyler Haskins einer der Top-5-Zwei-Wege-Stürmer in der Liga. Ich bin überzeugt, dass seine Zeit noch kommt." Hoffentlich noch in dieser Saison beim EHC



