Fliegauf erhöht Druck auf alle EHC-Spieler
Wolfsburg Der Manager des EHC Wolfsburg droht den Spielern in der Krise mit Vertragsauflösungen.Charly Fliegauf kehrt derzeit mit eisernem Besen.
Beim EHC Wolfsburg kehren die Verantwortlichen angesichts der sportlichen Krise derzeit mit eisernem Besen. Vertragsverhandlungen liegen auf Eis. Und nun droht Charly Fliegauf, der Manager des Eishockey-Erstligisten, sogar: „Auch Spieler, die noch Vertrag für die nächste Saison haben, können sich ihrer Sache nicht sicher sein.“
Das hat Fliegauf schon im Falle des suspendierten Niko Dimitrakos deutlich gemacht. Der Kehraus könnte nach der laufenden Saison weitergehen. Die Berater der Spieler, deren Verträge auslaufen, wurden informiert, „dass wir frühestens im Januar sprechen“. Der größte strukturelle Umbruch erfolgt wohl im Tor des EHC Wolfsburg. Derzeit sind fast alle Varianten vorstellbar. Dass aber Daniar Dshunussow und Sebastian Vogl weiter das Gespann des Eishockey-Erstligisten bilden, ist unwahrscheinlich. Anfang Dezember führte EHC-Manager Charly Fliegauf Gespräche mit dem Berater des Duos. Beide Keeper werden vom gleichen Agenten betreut. Doch auch in der Torwartfrage macht Fliegauf keine Ausnahme in puncto Vertragsverhandlungen.
Fliegauf und Cheftrainer Pavel Gross waren im ersten Drittel der Saison zumeist nicht mit den Auftritten der Torhüter zufrieden. Dshunussow spielt im fünften Jahr bei den Grizzlys. In der Verfassung der vergangenen Spielzeit wäre er bei vielen DEL-Klubs ein Thema. Zuletzt zeigte er stark ansteigende Form. Fliegauf gibt sich gelassen für den Fall, dass „Dshuni“ aufgrund des Wolfsburger Verhandlungsstopps von einem anderen Klub verpflichtet werden könnte. „Wenn Daniar woanders unterschreibt, dann ist das so.“
Im Fall des im Sommer verpflichteten Vogl hat der Manager dank einer vereinsseitigen Option die Hand drauf. Sollte sich der EHC erstmals seit langem für einen ausländischen Torwart entscheiden, ist es möglich, dass sowohl Dshunussow als auch Vogl den Klub verlassen. „Klar ist, dass ein Ausländer auf jeden Fall ein Vielspieler wäre.“ Eine Situation, mit der sich die jungen Deutschen vermutlich nur schwer anfreunden könnten.
Aber Fliegauf macht ihnen Hoffnung. „Wir schauen uns die Leistungen ganz genau an. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns vorstellen können, auch mit beiden Torhütern weiterzumachen.“ Denn: „Noch können wir die Saison retten. Ende Januar wissen wir, wo wir sportlich hingehören.“ Dann fallen wohl auch wieder Personalentscheidungen.

