Fliegauf: Die Heimbilanz ist indiskutabel
Wolfsburg Ein Viertel der Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist absolviert. Wolfsburg belegt einen enttäuschenden letzten Platz.
EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf zieht im Gespräch mit unserer Zeitung eine erste Zwischenbilanz.
Fliegauf über…
… die aktuelle Tabellensituation: „Natürlich sind wir alle enttäuscht. 14 Punkte aus 14 Spielen – das ist nicht das, was wir uns erwünscht und erhofft hatten. Uns steckt immer noch der schlechte Start in den Kleidern. Zuletzt haben wir fast immer im Wechsel gewonnen und verloren. Damit kommt man nicht vom Fleck. Was mich am meisten fuchst, ist aber, dass wir nach einem guten Spiel kein zweites gutes machen.“
… die schwache Form einiger Leistungsträger: „Wenn gegen Hamburg der junge Vincenz Mayer der auffälligste Spieler ist, sagt das schon einiges aus. Es liegt auch an den Leistungsträgern, dass wir bei der Musik nicht dabei sind, sondern hinterherlaufen.“
… die Einstellung: „Wir müssen so spielen wie in Düsseldorf. Da haben wir gerackert und gekämpft. Vielleicht denken einige Spieler: ,Jetzt haben wir einmal gewonnen und alles ist gut.’ Und dann schalten sie im nächsten Spiel unbewusst einen Gang zurück. Doch in unserer Situation darf keiner zufrieden sein.“
… das Trainerteam Pavel Gross und Mike Pellegrims: „Die Trainer bereiten die Mannschaft individuell auf jeden Gegner vor. Das Problem ist: Ob im Tor, in der Abwehr oder im Angriff, die Leistungen sind nicht berechenbar. Sie wissen nicht, was sie bekommen. Dabei fordern die Trainer nichts, was außergewöhnlich ist. Aber ihre Vorgaben müssen auch konsequent umgesetzt werden.“
… die Heimschwäche: „Vier Punkte aus sieben Heimspielen sind völlig indiskutabel. Die Bilanz ist sehr, sehr schlecht. Zehn Punkte aus sieben Auswärtsspielen sind dagegen okay. Wir haben zu Hause einfach nicht gut gespielt.“
… die EHC-Fans. Mit 2250 Zuschauern haben die Grizzlys den schlechtesten Schnitt in der Liga. Kalkuliert hat der Verein mit einen Schnitt von 2500: „Unsere Fans sind da, unterstützen uns. Aber die schlechten Spiele, speziell zu Hause, haben den Effekt, dass wir die Leute nicht begeistern. So machen wir keine Eigenwerbung.“
… das Minimalziel Platz 10: „Wir müssen momentan nirgendwo hinschauen, sondern uns voll auf uns konzentrieren. Aber klar müssen wir auch aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verpassen.“
… die nächsten Spiele in dieser Woche zu Hause gegen Ingolstadt und Berlin sowie bei Spitzenreiter Köln: „Das sind drei Hochkaräter. Wir müssen vermeiden, dass wir leer ausgehen. Ingolstadt steht nach der Niederlage in Hannover auch unter Druck. Beim 3:0 in Ingolstadt haben wir ein gutes Spiel gemacht. Berlin ist immer ein interessanter Gegner. Und dass Köln als Spitzenreiter so vorne weg marschiert, hätte ich nicht erwartet.“

