Fliegauf bläst zur Schnäppchenjagd
Wolfsburg Schnäppchen-Jäger wieder auf Tour: Christopher Fischers Ausfall zwingt EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf zum Sparkauf.
Ein Billig-Import muss her, damit noch Geld für einen weiteren übrigbleibt. Eishockey-Erstligist EHC Wolfsburg steht unter Zugzwang.
Die Verletzungsprobleme in der Abwehr sollen mit der Verpflichtung von noch zwei ausländischen Verteidigern behoben werden. Somit wird der Klub nun doch neun Lizenzen zum Saisonstart vergeben. Darauf verständigten sich Fliegauf und Cheftrainer Pavel Gross in intensiven Gesprächen. „Das kaufmännische Ziel ist es nun, einen Verteidiger möglichst günstig zu bekommen. Dann werden wir sehen, wie viel Geld wir noch für den zweiten haben“, erklärt Fliegauf.
Immerhin habe der Deutsche Eishockey-Bund signalisiert, dass der EHC im Fall Fischer Versicherungsgeld erwarten kann. Der 24-Jährige hatte sich im Mai bei der WM-Teilnahme mit dem Nationalteam verletzt. Für solche Fälle schließt der Verband Versicherungen ab.
Wolfsburgs Sportdirektor muss jedoch abermals umdenken. Die Ausfälle von Fischer (Knorpelschaden im Knie) und Armin Wurm (schlecht verheilter Knöchelbruch) reduzierten das Defensivpersonal auf derzeit sechs Spieler. Da ist schon Kilian Keller mitgezählt, der zwar die Vorbereitung beim EHC absolvieren, dann aber für den Oberligisten Füssen spielen soll. Eigentlich sah der Personalplan vor, dass die Grizzlys das restliche Budget in einen ausländischen Top-Verteidiger mit Qualitätsgarantie investieren. Den kann sich Coach Gross nun abschminken.
Stattdessen wird er wohl als Erstes einen stark defensivorientierten, wenig arrivierten Import-Profi bekommen. Der zweite könnte oder müsste sogar ein etwas offensiverer Rechtsschütze werden. Vom Profil her ein Typ wie Ex-Grizzly Marvin Degon: DEL-erprobt, schnell ins Spielsystem zu integrieren, aber zuletzt mäßig erfolgreich. Sonst wäre er wieder nicht bezahlbar. Übrigens: Degon hat bislang noch keinen neuen Job. Was dem in der vergangenen Saison vom EHC nachverpflichteten Profi fehlte, war die Spritzigkeit. Kein Wunder, schließlich hatte er seinerzeit keine vernünftige Mannschaftsvorbereitung absolvieren können.
Zumindest für den ersten Transfer ist Eile geboten. „Wir streben eine zeitnahe Entscheidung an“, sagt Fliegauf. Von Mittwochnachmittag bis einschließlich Freitag ist trainingsfrei. Dann geht die Vorbereitung weiter. Zeit genug, um einen Neuzugang nach Wolfsburg zu holen.



