Fischer verspricht: Ich komme zurück
Wolfsburg Christopher Fischer ist der Pechvogel der neuen Saison. Der Nationalverteidiger zählt zu den Stars des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg, wird diesem aber lange fehlen.
Dem 24-Jährigen droht mindestens eine monatelange Pause. Grund ist ein Knorpelschaden im Knie. Doch „Fischi“ steckt den Kopf nicht in den Sand. Im Interview gibt sich der gebürtige Heidelberger schon wieder kämpferisch und selbstbewusst in der bislang schwärzesten Stunde seiner noch jungen Profi-Karriere.
Herr Fischer, wie geht es Ihnen?
Ganz okay. Die Diagnose ist aber schon heftig. Immerhin habe ich nun Gewissheit, wenngleich mir lieber wäre, ich wäre gesund. Aber so lange ich wieder gesund werde...
Wie war der Moment, in dem Ihnen der Arzt die Diagnose mitteilte?
Heftig. Ich war eigentlich guter Hoffnung ins Krankenhaus gegangen. Ich hatte gedacht, so schlimm wird es schon nicht sein. Auch nach der Operation hatte ich nicht viel gespürt, hatte keine großen Schmerzen. Auch deshalb hatte ich mit nichts Großem gerechnet. Bislang war alles in meiner Karriere immer sehr gut gelaufen, darüber konnte ich mich glücklich schätzen. Aber es gibt nicht nur Höhen.
EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf sagte bereits, dass das Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung unabhängig von der Verletzung weiter gilt. Wie beurteilen Sie das?
Ich bin froh, dass mir der Klub weiter das Vertrauen schenkt. Ich habe aber – ehrlich gesagt – nichts Anderes erwartet. Ich werde ja zurückkommen und dann kein schlechterer Spieler sein als vor der Verletzung.
Wie geht es nun erst einmal weiter?
Dr. Siebold aus der Heidelberger Atos-Klinik hat mir Knorpelzellen entnommen. Die sollen nun nachgezüchtet und dann ins Knie eingesetzt werden. Das dauert etwas. Deshalb habe ich den nächsten OP-Termin erst in sechs bis acht Wochen.
Können und dürfen Sie bis dahin trainieren?
Den Oberkörper auf jeden Fall. Vielleicht sogar die Beine. Ich laufe auch schon wieder ohne Krücken. Aber das Knie ist noch etwas geschwollen.
Wie lange bleiben Sie in Heidelberg?
Wahrscheinlich kehre ich schon am Samstag nach Wolfsburg zurück. Ich möchte bei der Mannschaft sein und sie – so gut es geht – unterstützen. Zum Beispiel, indem ich ein bisschen für gute Stimmung in der Kabine sorge.
Läuft eigentlich Ihr BWL-Fernstudium noch?
Ja. Vielleicht werde ich da ein bisschen mehr machen als in den vergangenen beiden Jahren. In denen blieb wenig Zeit wegen des Eishockeys.
Viele EHC-Fans haben Ihnen aufmunternde Worte und Genesungswünsche übers Internet zukommen lassen.
Das freut mich sehr, wenn sie an mich denken. Es hilft zwar nicht, das Knie zu heilen. Aber es hilft, dass ich positiv bleibe. Das ist wichtig, damit ich so schnell wie möglich zurückkomme.

