Fans fühlen sich von Polizei in Hannover provoziert
Wolfsburg Intensiv und kontrovers diskutiert wurde am Samstag beim Treffen der Fanbeauftragten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im VIP-Raum der Eis-Arena.
Erstmals in seiner Erstliga-Geschichte war der EHC Wolfsburg Gastgeber. Kritik wurde vor allem an der Polizei in Hannover geübt.
„Es war sehr interessant und informativ“, berichtete Organisator Jens Weide. Bis auf Vertreter aus Mannheim, Ingolstadt und Iserlohn konnte der EHC-Fanbeauftragte alle seine Kollegen begrüßen. Als Gäste berichteten Holger Ballwanz und Michael Schrader von ihrer Arbeit als Fanbeauftragte bei Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg. „Von der Struktur her sind uns die Fanbeauftragten beim Fußball zehn Jahre voraus. Beim Eishockey hat nur Berlin einen hauptamtlichen Fanbeauftragten, alle anderen arbeiten ehrenamtlich“, sagte Weide.
Grundsätzlich hält Weide professionelle Fanbetreuer im Eishockey auch für sinnvoll. Bedenken gab es beim Treffen aber auch. „Wenn ich vom Verein bezahlt werde, darf ich auch kein böses Wort mehr über den Klub sagen“, meinte der 32-Jährige.
Reichlich Kritik am Auftreten der Polizei in Hannover mussten sich drei szenekundige Beamte aus der Landeshauptstadt anhören. „Die Eishockey-Fans werden in Hannover häufig von Polizisten mit Hunden ohne Maulkorb empfangen. Ohne Grund werden Personalien aufgenommen. Das empfinden viele Fans als Provokation“, erzählte Weide. EHC-Geschäftsführer Rainer Schumacher ergänzte: „Es gibt einen Unterschied zwischen Eishockey und Fußball. Die Berliner Fans überlegen, ob sie überhaupt noch zu Auswärtsspielen nach Hannover fahren.“ Die drei Polizisten zeigten Gesprächsbereitschaft. „Sie wollen ihr Konzept noch einmal überarbeiten“, sagte Weide.
Zum neuen Fanbeauftragten-Sprecher wurde Peter Seiler aus Straubing gewählt, sein Stellvertreter ist der Kölner Thomas Schmitz. Das nächste Treffen soll am 5. August in Hannover stattfinden. Neu ist: Zukünftig wollen sich die Fanbeauftragten der Regionen Nord, Süd und West regelmäßig zusammenfinden und Themen vorbereiten. Weide: „Da sind die Wege kürzer, und man kann sich öfter treffen.“

