Eisbär in Not – packt der Grizzly zu?
WolfsburgDie Bären sind am Dienstag los in Berlin. Von 19.30Uhr an gastieren die Grizzlys aus Wolfsburg zu einem Nachholspiel bei den Eisbären. Der EHC trifft auf einen personell gebeutelten Meister und Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga, der zuletzt zweimal verlor.
Und zwar deutlich: 2:6 bei Kellerkind Nürnberg und 2:5 im Spitzenspiel in Mannheim. Ganz anders der EHC: Das Team von Pavel Gross gewann viermal in Folge und tritt erneut mit einem vollen 21er-Kader an. Besser war die Ausgangslage vor einem Spiel in Berlin selten. Papperlapapp, meint EHC-Trainer Gross. „Die Eisbären verfügen immer noch über viel Qualität“, zollt er dem Angstgegner Respekt. Immerhin gelang den Grizzlys schon ein Sieg in zwei Saison-Heimspielen. Erst 5:2 und dann knapp 0:1 lauten die Ergebnisse in den bisherigen Duellen.
Die bevorstehende Neuauflage des Play-off-Finals von 2010/2011 findet aber ohne einige Meisterhelden der Eisbären statt. Sven Felski (gesperrt), Stefan Ustorf (Gehirnerschütterung), Mads Christensen (Fingerbruch) und Dominik Bielke (Kreuzbandriss) fallen sicher aus. Außerdem sind die Einsätze von Tyson Mulock, André Rankel, Constantin Braun (alle Gehirnerschütterung), Nicholas Angell (Rückenprobleme) und Denis Pederson (Kniebeschwerden) sehr fraglich.
Unwahrscheinlich, dass die Berliner Patrick Pohl zu Weihnachten bis Saisonende an die Grizzlys ausgeliehen hätten, wenn sie ihren personellen Engpass hätten kommen sehen. Nun spielt der junge Stürmer aber auf Wolfsburger Seite und komplettiert die vierte Sturmreihe. Von einer solchen können die Eisbären zurzeit nur träumen.
Deswegen ist Berlins Verteidiger Jens Baxmann nicht ganz wohl beim Gedanken an das Duell mit den Wolfsburgern. „Das wirkt sich vor allem in Spielen gegen Teams spürbar aus, die mit vier kompletten Reihen antreten können“, sagt er. Ein Punkt, der heute klar für den EHC spricht.
Doch auch die Grizzlys hatten bereits ihre Verletzungsmiseren zu bewältigen, weshalb sich Gross’ Mitgefühl mit dem Gegner in Grenzen hält. „Das gehört in der Phase der Saison dazu.“ Mit seiner Mannschaft möchte er die Siegesserie ausbauen und das fünfte Match in Folge gewinnen. „Das wäre auch interessant für die ganze Liga.“ Wolfsburg käme bis auf Platz3 vor und auf vier Punkte an den Spitzenreiter heran. Aber Vorsicht! „Unsere Jungs müssen auf dem Boden bleiben und sich 100-prozentig auf die Partie vorbereiten.“
Ein Motto, dass der Trainer eh immer beherzigt…

