EHC-Ziel: Berlin-Frust am Freitag abbauen
Meist standen sie mit dem EHC auf der Sonnenseite. Aber wenn Kritik angebracht ist, stellen sich Kai Hospelt und Christopher Fischer ihr auch. Die Nationalspieler des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten ärgern sich über das jüngste 5:6 in Berlin.
„Eine vermeidbare Niederlage“, findet Fischer. „Wir haben zu offen gespielt“, sagt Hospelt. Denn: „Wir haben nicht umsonst die wenigsten Gegentore in der Liga kassiert. Aber wir haben gegen die Eisbären nicht unser Spiel gespielt“, bemängelt der Mittelstürmer. Fischer ergänzt: „Wir hatten vorher viel darüber gesprochen. Schade, unsere Serie war schön.“
Der Verteidiger und seine Teamkollegen hatten zuvor vier Drei-Punkt-Siege in Folge eingefahren. Warum diesmal nicht gegen eine stark ersatzgeschwächte Berliner Mannschaft, die mit Debütanten antrat? Darauf hat Co-Trainer Mike Pellegrims eine klare Antwort. „Die Einstellung hat nicht gepasst“, sagt der Belgier. An der Fitness habe es nicht gelegen. Den Gedanken, die harten Wochen mit Spengler-Cup und englischen DEL-Wochen könnten ihren Tribut gefordert haben, wischt er vom Tisch. „Wenn uns die Kraft gefehlt hätte, wäre es zu keiner Aufholjagd gekommen.“
Trotz eines 3:6-Rückstands gaben die Grizzlys nicht auf, kamen noch einmal auf 5:6 heran. „Nathan Paetsch hatte in den Schlusssekunden sogar noch eine gute Chance zum Ausgleich“, erinnert sich Fischer.
Gereicht hat es nicht mehr. Der EHC verpasste die Chance, in die DEL-Spitze vorzustoßen. Cheftrainer Pavel Gross verzichtete zwar laut Pellegrims darauf, am Mittwoch während des Trainings eine Standpauke zu halten. Aber: „Wir haben mit ein paar Leuten gesprochen und ihnen gesagt, was wir ändern müssen. Die Jungs wissen, was sie falsch gemacht haben. Ich hoffe, die Mannschaft zeigt am Freitag eine Reaktion“, fordert Pellegrims.
Dann geht es von 19.30 Uhr an daheim gegen die Krefeld Pinguine. Bange Frage: Wie stecken die Grizzlys das jähe Ende des Höhenflugs weg? „Uns bleibt keine Zeit, darüber nachzudenken. Ich möchte die nächste kleine Serie starten“, sagt Hospelt. Er dürfte trotz der ärgerlichen Niederlage genug Selbstvertrauen besitzen. Mit 37 Punkten (17 Tore, 20 Assists) steht er auf Platz 3 der Topscorer-Liste der DEL. Vor ihm rangiert noch Nebenmann Norm Milley (39 Zähler). In der Sturmreihe läuft es gut.
Fischer ist mit sich noch nicht zufrieden. Nach Anfangsproblemen hat er sich auf Platz 8 der Top-Verteidiger-Liste vorgearbeitet (3 Tore, 19 Assists). „Aber offensiv ist noch Steigerungspotenzial.“ Kein Wunder, dass er heiß auf Wiedergutmachung gegen Krefeld ist. „Die Berlin-Niederlage ist noch in den Köpfen, bis Freitag aber vergessen.“
