EHC zahlt Lehrgeld gegen Kloten
Gut begonnen, aber Lehrgeld bezahlt: Bei seiner Spengler-Cup-Premiere in Davos präsentierte sich der deutsche Eishockey-Vizemeister EHC Wolfsburg hinten löchrig wie ein Schweizer Käse. 0:6 (0:1, 0:2, 0:3) verlor der Debütant in Davos gegen die Kloten Flyers.
Damit ist der EHC vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Dinamo Riga (Mittwoch, 15Uhr, live auf Eurosport2) schon so gut wie Gruppenletzter und muss in die Pre-Semi-Finals am Donnerstag.
Klotens Roman Wick (2), Micki Dupont, Victor Stancescu, Yannick Herren und Marcel Jenni erlegten die Grizzlys. Die waren ohne die geschonten Norm Milley, Matt Dzieduszycki und André Huebscher in ihr erstes Spiel gegangen. Alle drei Gast-Stürmer brachte Trainer Pavel Gross in Reihe4: Mike Bishai (vereinslos) in der Mitte sowie Ilkka Pikkarainen (Timrå) und Patrick Pohl (Berlin) auf den Außen. Dahinter verteidigte mit Kevin Hecquefeuille (Genf) der vierte Leih-Profi neben Benedikt Schopper.
Schon nach wenigen Minuten übernahm der deutsche Vizemeister die Initiative. Marvin Degon (5. Minute) sorgte mit einem Lattentreffer fürs erste Raunen in der ausverkauften Vaillant-Arena. Zwei Powerplay-Situationen ließen die Grizzlys zudem ungenutzt. Und: Bei 4 gegen 4 traf Kai Hospelt (20.) das Lattenkreuz. Die Schiedsrichter brauchten den Videobeweis zur Entscheidung.
Und die Klotener? Die wirkten verunsichert nach dem 2:9 im Eröffnungsspiel am Montag gegen Dinamo Riga. Zudem bekam Vojtech Polak einen Schuss seines Kollegen Dupont in den Rücken und schied verletzt aus (13.). Als Christopher Fischer nach einem gewonnenen Bully aber hinter dem eigenen Tor den Puck verlor, nahmen die Schweizer die Aufbauhilfe dankend an. Wick vollstreckte zum 1:0 (14.).
Das Mitteldrittel zeigte deutlich den Unterschied zwischen beiden Teams. Der EHC kam mit viel Druck aus der Kabine, drängte auf den Ausgleich. Christoph Höhenleitner allein vor dem Tor und Pikkarainen mit einem Schuss ans Außennetz (beide 23.) scheiterten. Kloten konterte gefährlich. Gegen Wick (26.) und in eigener Überzahl gegen Dupont (29.) rettete Grizzly-Torwart Daniar Dshunussow noch. Dann wurde John Laliberte bei einer Top-Torchance unfair behindert – keine Strafe und kein Tor.
Ganz anders die Schweizer: erstes Powerplay – 2:0 (35.). Duponts Schuss rutschte unter Dshunussows Schoner durch. Doch statt dass Höhenleitner (36.) im Gegenzug verkürzte, erhöhte Herren Sekunden später mit einem Nachschuss durch die Beine des EHC-Keepers auf 3:0 (37.) – die Entscheidung. Nächste Flyers-Überzahl, nächstes Tor: Jenni im Nachschuss zum 4:0 (43.). Stancescu (54.) im Nachsetzen und Wick mit einer tollen Einzelaktion (57.) machten das halbe Dutzend voll. Zudem musste EHC-Verteidiger Benedikt Schopper wegen Checks gegen den Kopf vorzeitig zum Duschen (2+10 Strafminuten).

