EHC-Wochen der Wahrheit – auch in der Torwartfrage
Wolfsburg Nicht nur in puncto Play-off-Chancen wird es spannend beim EHC Wolfsburg. Auch die Torwartfrage wird entschieden. Daniar Dshunussows Abgang droht.
In den nächsten Spielen fällt nicht nur die Entscheidung, ob sich der EHC Wolfsburg noch die Chance auf die Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga erhalten kann. Es fällt auch eine Vorentscheidung in der Torwartfrage. Spielt Daniar Dshunussow nicht, könnte sich nach fünf gemeinsamen Jahren die Trennung von den Grizzlys abzeichnen.
„Dshuni“ war vor Saisonbeginn die unumstrittene Nummer 1 des EHC. Mittlerweile hat ihm der aus der 2. Liga von Landshut gekommene Sebastian Vogl in allen Statistiken den Rang abgelaufen. Die vergangenen vier Spiele setzte Cheftrainer Pavel Gross auf Vogl. Der rechtfertigte das Vertrauen. Zwar verloren die Grizzlys 3 von 4 Partien, aber Vogls Gegentorschnitt lag bei exakt 2 – nicht schlecht.
Gross gibt sich seit Saisonbeginn zur Torwartfrage zugeknöpft. Keine Aussage, wer spielt. Kaum Aussagen zur Leistung der Keeper. Auch in dieser Woche nur Kryptisches. „Wir haben nicht viele Tore bekommen, aber wir haben auch die vergangenen drei Spiele verloren“, sagte er und lässt Platz für Spekulationen. Darf Dshunussow am Freitag (19.30 Uhr, TUI-Arena) in Hannover wieder ran? Immerhin feierte der EHC mit „Dshuni“ im Tor am fünften Spieltag in Hannover seinen ersten Drei-Punkte-Sieg der Saison (Endstand 2:1). Aber: Auch Vogl glänzte schon im Derby. In der Vorbereitung gewann er mit den Grizzlys 5:1 bei den Scorpions.
Gegen Dshunussow spricht auch die Statistik. Einsätze nach Minuten 677:640, Einsätze nach Spielen 12:11, Gegentorschnitt 2,66:3,38, Fangquote in Prozent 91,0:89,5, Spiele ohne Gegentor 1:0 und Siege 4:3 – überall liegt Vogl vorn. „Wir brauchen einen, der uns aus dem Dreck zieht“, hatte Gross kürzlich gefordert und anschließend nur noch auf Vogl gesetzt.
Der belastet in seinem ersten EHC-Jahr auch den Finanz-Etat deutlich weniger als der gut verdienende Dshunussow. Zudem betrieb Manager Charly Fliegauf schon ordentlich Kritik an den Torhütern und will die Vergabe der Ausländerlizenzen überdenken. Das heißt im Klartext: Gut möglich, dass in der nächsten Saison ein Import-Profi das EHC-Tor hütet.
Nach WN-Informationen liegt Dshunussow, dessen Vertrag ausläuft, noch kein neues Wolfsburger Angebot vor. In den nächsten zwei Wochen könnte die prinzipielle Entscheidung über Dshunussows Zukunft fallen: sportlich und am Verhandlungstisch. Wenn es überhaupt einen geben wird…



