EHC-Star verkündet am Mittwoch Abschied
Wolfsburg Eine traurige Personalie wird am Mittwoch wohl Gewissheit. EHC-Kapitän Kai Hospelt verlässt den Wolfsburger Eishockey-Erstligisten am Saisonende.
Sehr wahrscheinlich, dass der Stürmer den Abschied während eines Pressegesprächs am Mittag bekannt gibt. Ein Verbleib bei den Grizzlys wäre eine Riesensensation, erscheint aber unrealistisch. Selbst die EHC-Verantwortlichen klangen zuletzt nicht mehr optimistisch. Zwischen den Zeilen war bei Sportdirektor Charly Fliegauf und Trainer Pavel Gross herauszuhören, dass sie sich mit einem Weggang des Nationalspielers abgefunden haben.
Der hatte kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, dass er sich noch vor dem Saisonstart am Freitag in Hamburg entscheiden und dann auch in der Öffentlichkeit erklären möchte. Bislang hielt er sich noch zurück. Anlässlich der obligatorischen Mittwoch-Presserunde bietet sich eine gute Gelegenheit. Zumal: Traditionell ist der Kapitän zum ersten Gesprächstermin geladen. Da wird er eh mit der Frage zu seiner Zukunft konfrontiert.
Hospelt geht in seine fünfte Saison bei den Grizzlys. Im Sommer 2008 hatte Fliegauf den mittlerweile 27-Jährigen aus dessen Heimatstadt Köln nach Niedersachsen geholt. Nach zwei Kreuzbandrissen wollte sich das damalige Talent Hospelt im eher beschaulichen Wolfsburg in Ruhe zu einem Stammspieler entwickeln.
Der Plan ging auf. Von Jahr zu Jahr übernahm der Mittelstürmer mehr Verantwortung. Parallel avancierte er zum Nationalspieler. Mittlerweile zählt Hospelt sogar in der DEB-Auswahl zu den Leistungsträgern und Führungsspielern.
Um ihn in Wolfsburg zu halten, gaben die EHC-Offiziellen ein für hiesige Verhältnisse hohes Angebot ab. Mit den Möglichkeiten der finanzkräftigeren Konkurrenz konnten sie aber immer noch nicht mithalten. Mannheim, Berlin, Köln, Hamburg, Ingolstadt – einer dieser Klubs wird wohl den Zuschlag für Hospelt bekommen. Diesen ehrt es aber, dass er aus Rücksicht auf den Klub Klarheit schaffen und keinen Rummel um seine Person auslösen will. Seinem Status bei Fans und Kollegen dürfte das nicht schaden.
Unterdessen luden die Grizzlys noch einen Testkandidaten ein. Martin Walter (28) trainiert seit Dienstag zur Probe beim EHC. Der Rechtsverteidiger will sich für einen Vertrag beim Eishockey-Erstligisten empfehlen. Und die Grizzlys suchen ob ihrer Abwehrsorgen noch nach einem bezahlbaren Spieler.
Es ist nicht sein erster Wolfsburg-Versuch. Ende Oktober 2010 erhielt er einen dreiwöchigen Probevertrag, zog sich aber in seinem ersten und einzigen EHC-Spiel eine schwere Sprunggelenksverletzung zu und fiel wochenlang aus. Der EHC verlängerte sein Engagement deshalb nicht. Ob der DEL-erfahrene Walter (383 Spiele für Hamburg, Nürnberg und Wolfsburg) bleibt, entscheidet sich kurzfristig.
Falls ja, wird er sicher schon zum Auftakt am Freitag (19.30 Uhr) in Hamburg gegen seinen Ex-Klub für die Grizzlys spielen.

