EHC schraubt Ziele leicht nach unten
Wolfsburg Der EHC Wolfsburg verabschiedet sich von Platz 6 als Minimalziel. Hauptsache in die Play-offs kommen, heißt es. Schuld ist der große Konkurrenzdruck.
Elefantenrunde beim EHC Wolfsburg: Alle Verantwortlichen des Eishockey-Erstligisten stellten sich am Dienstag anlässlich der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz in der Eis-Arena. Wichtigste Nachricht: Die Ziele werden etwas nach unten korrigiert.
Mindestens in die Top 10 sollen die Grizzlys in der am Freitag, 14. September (19.30 Uhr), mit dem Spiel in Hamburg beginnenden Saison kommen. So wären zumindest die Pre-Play-offs erreicht. „Wünschenswert ist ein Platz in den Top 6“, sagt Aufsichtsratsboss Detlef Wittig.
Nur „wünschenswert“? Vor einem Jahr war Platz 6, der zur direkten Teilnahme am Viertelfinale berechtigt, noch als klares Minimalziel ausgegeben worden. Wittig erklärt die Zurückhaltung: „Einige Klubs wie Köln, Nürnberg und auch Hamburg haben stark aufgerüstet.“ Hinzu kämen die etablierten Kräfte Berlin, Mannheim und Ingolstadt. „Wir wollen oben mitmischen, aber keinen unnötigen Druck ausüben.“
Mit einem geschätzten Jahresetat von – je nach Dauer der Play-off-Teilnahme – bis zu 5,5 Millionen Euro gehen die Grizzlys die Saison an. In den vergangenen drei Spielzeiten standen sie am Ende der Hauptrunde immer in der Spitzengruppe, waren Dritter, Erster und zuletzt wieder Dritter. Allerdings schmerzte das frühe Play-off-Aus im Viertelfinale gegen Straubing (0:4 Siege) im Frühjahr sehr.
Im Unterschied zu 2011/2012 verpflichtete Sportdirektor Charly Fliegauf bislang fast nur DEL-erfahrene Profis. Lediglich Verteidiger Aaron Brocklehurst spielte noch nicht im deutschen Eishockey-Oberhaus. Der Kanadier kam aus Finnland, verfügt deshalb aber zumindest über Erfahrung mit der größeren Spielfläche in Europa. „Wir haben einen guten Kader, der auch perspektivisch gut aufgestellt ist“, sagt Fliegauf.
Während der Vorbereitung hat Cheftrainer Pavel Gross bereits festgestellt, dass die Mannschaft lernwilliger ist als die des Vorjahrs. Wie weit sie sportlich ist, dazu will sich der Coach erst Mitte Oktober äußern. Immerhin: „Die Truppe zieht gut mit“, lobt er. Allerdings wünscht sich Gross aufgrund der Ausfälle von Christopher Fischer (Knorpelschaden im Knie) und Armin Wurm (schlecht verheilender Knöchelbruch) noch einen weiteren Verteidiger. Die Chance darauf steht laut Wittig schlecht. Mit Rainer Köttstorfer (aus Hamburg) und Sean Blanchard (Iserlohn) habe der EHC schon zwei Spieler nachverpflichtet. „Wir müssen uns eine Reserve behalten“, sagt der Aufsichtsratschef.
Bleibt abzuwarten, ob sich der EHC auf dem schwierigen Wolfsburger Sportzuschauer-Markt auch mit weniger Erfolgen als in den Vorjahren behaupten kann. Der Zuschauerschnitt von zuletzt 2460 ist ohnehin schon der mit Abstand niedrigste der DEL. Eine außerordentliche Steigerung ist bei Betrachtung des aktuellen Dauerkartenverkaufs nicht zu erwarten. „Wir haben 840 Dauerkarten abgesetzt. Im Vorjahr waren es 947. Ich gehe davon aus, dass wir die Zahl wieder erreichen und übertreffen“, sagt Geschäftsführer Rainer Schumacher.
