EHC-Kapitän Hospelt: In der Mannschaft stimmt es
Wolfsburg Vier Spiele, ein Punkt: Die Bilanz des EHC Wolfsburg in der Deutschen Eishockey-Liga ist ernüchternd.
Vor dem Duell am Freitag bei den Hannover Scorpions stellt sich bei den Grizzlys die Charakterfrage. EHC-Manager Charly Fliegauf hatte nach der 1:2-Niederlage gegen Düsseldorf in dieser Woche Einzelgespräche, vor allem mit den Leistungsträgern des Teams, angekündigt. Die schwachen Auftritte der Mannschaft, die saisonübergreifend neun Partien in Folge verloren hat, wollen er und Trainer Pavel Gross nicht mehr länger hinnehmen. Beim EHC wird Tacheles geredet.
„Es ist klar, dass keiner von uns gerne in so ein Gespräch geht. Aber wir müssen alle in den Spiegel schauen. Einige Jungs, die vorne weg gehen müssen, haben nicht gut gespielt. Und da schließe ich mich mit ein“, sagt EHC-Kapitän Kai Hospelt. Er weist nach den ersten vier Spielen eine Plus-Minus-Bilanz von -4 auf. Ein ungewohnt schlechter Wert für den deutschen Nationalspieler, der in der vergangenen Saison der beste Torjäger in der DEL war. Doch damit ist er nicht allein. Viele andere Stützen der Mannschaft laufen ebenfalls ihrer Form hinterher. Norm Milley, Topscorer der vergangenen Spielzeit, hat beispielsweise eine Plus-Minus-Bilanz von -5. Hospelt hat deshalb Verständnis dafür, dass der Ton beim EHC rauer wird. „Diese Woche werden wahrscheinlich einige unangenehme Dinge angesprochen. Aber das ist okay. Wir sind alle erwachsen“, meint der Stürmer.
Eines möchte der Kapitän aber klarstellen: Am Charakter der Spieler würden die schwachen Auftritte der Grizzlys nicht liegen. „Es ist nicht so, dass es in der Mannschaft nicht passt. Die Einstellung lässt sich nicht infrage stellen. Aber es mangelt im Moment an Kleinigkeiten. Deshalb müssen wir noch härter arbeiten, das Glück erzwingen“, sagt Hospelt. Bisher hätten er und seine Kollegen zu sehr versucht, viele Situationen spielerisch zu lösen. Nach dem schwachen Saisonstart scheint klar, dass der EHC damit nicht weit kommen wird. Zumal das Selbstvertrauen aufgrund der Pleitenserie angeknackst ist.
Gut, dass es dem nächsten Gegner nur unwesentlich bessergeht. Hannover hat in dieser Saison erst ein Spiel absolviert und dieses mit 0:5 gegen Ingolstadt verloren. Die große Hoffnung der Grizzlys: Hannover fehlt genauso das Selbstvertrauen, dazu aber auch die Spielpraxis.
Mit den Scorpions hatte die Niederlagen-Serie des EHC übrigens begonnen. Am letzten Spieltag der vergangenen Hauptrunde gab es für die Wolfsburger eine 0:5-Pleite in Hannover. Vielleicht schließt sich jetzt der Kreis.
Das Potenzial ist laut Hospelt im EHC-Team vorhanden. „Die Mannschaft ist vom Talent besser, als es die ersten vier Spiele vermuten lassen. Wir haben alle das nötige Rüstzeug.“ Es wird langsam Zeit, dass die Spieler das beweisen.
