EHC-Boss: Wir wollen Leistungsträger halten
Wolfsburg Die Saison 2012/13 hat noch nicht begonnen, da wird beim EHC Wolfsburg schon die Spielzeit danach geplant. Zwangsweise, sonst sind die Top-Leute weg.
Obwohl die Vorbereitungen auf die nächste Saison noch nicht abgeschlossen sind, müssen sich die Verantwortlichen des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg schon jetzt mit der übernächsten beschäftigen. Denn: Die Verträge von einer Reihe deutscher Top-Spieler der Grizzlys laufen 2013 aus. Die halbe Liga und das Ausland baggern an ihnen herum.
Am heißesten umworben ist Mittelstürmer Kai Hospelt, der zuletzt Spieler des Jahres und Toptorjäger der DEL war. „Der EHC ist mein erster Ansprechpartner“, sagt er zwar, lässt aber durchblicken, dass auch der finanzielle Aspekt eine große Rolle spielt. In den vergangenen Jahren hatten die Wolfsburger im Transferpoker um ihre Top-Stars immer den Kürzeren gezogen, wenn finanzstärkere Klubs wie Berlin, Mannheim oder Ingolstadt mitgeboten hatten. Marvin Degon (2009), Ken Magowan (2011) und John Laliberte (2012) mussten sie ziehen lassen. Und diesmal?
EHC-Aufsichtsratsboss Detlef Wittig gibt die Hoffnung nicht auf. „Natürlich sind wir interessiert, Kai Hospelt zu halten, und befinden uns auch mit ihm in Gesprächen. Wir werden sehen, was wir machen und wie weit wir uns strecken können“, sagt der 70-Jährige. Offenbar ist der EHC bereit, für den Nationalspieler seine Gehaltsgrenze deutlich nach oben zu verändern. Muss er vermutlich auch, um angesichts der Konkurrenz Chancen zu haben. Wittig weiß: „Die weiteren Gespräche werden wir nicht allein beeinflussen.“
Doch mit Geld um sich schmeißen werden Wittig und Co. nicht. Der Aufsichtsratschef betont: „Wir haben unseren wirtschaftlichen Rahmen. Den werden wir nicht sprengen. Wir haben es im vergangenen Jahr mit Ken Magowan erlebt: Irgendwann geht es nicht mehr.“
Etwas besser sieht es für den EHC bei drei weiteren wichtigen Personalien aus. Auch Stammtorwart Daniar Dshunussow sowie die Nationalverteidiger Benedikt Kohl und Christopher Fischer haben nur noch ein Jahr Vertrag. Auch mit ihnen möchte der EHC vorzeitig verlängern. Ganz ohne Gehaltserhöhung wird es nicht funktionieren. Wittig: „Es sind Leistungsträger, die wir halten wollen. Wir haben bislang keinerlei Signale, dass sie uns verlassen wollen.“ Das gilt auch für Sportdirektor Charly Fliegauf. Sein Vertrag endet ebenfalls 2013. Beide Seiten haben aber bereits signalisiert, verlängern zu wollen. Der Abschluss dürfte der leichteste werden.
