Dshunussow: "Ich bin auf dem richtigen Weg"
Daniar Dshunussow war zuletzt der Held beim EHC Wolfsburg. Doch der Grizzly-Keeper gibt sich bescheiden.
Auf ihn ist Verlass: Daniar Dshunussow ist der große Rückhalt des Eishockey-Erstligisten EHCWolfsburg und hatte großen Anteil am vergangenen Sechs-Punkte-Wochenende.
"Daniar ist in einer guten Verfassung. So einen Torwart braucht eine Mannschaft in engen Spielen", lobt EHC-Manager Charly Fliegauf den Grizzly-Torwart. Beim 3:0 gegen Hamburg am Freitag feierte Dshunussow seinen sechsten Shutout (Spiel ohne Gegentor) in dieser Saison. Kein Keeper der Liga hielt seinen Kasten öfter sauber. Mannheims Fredrick Brathwaite bringt es als Zweitbester auf vier Shutouts.
Noch wichtiger für einen Torwart ist aber eine andere Statistik. 93,2Prozent aller Schüsse auf sein Tor hat Dshunussow gefangen. "Das ist ein außerordentlicher guter Wert", betont Fliegauf. Zwar weisen Münchens Jochen Reimer (93,5%) und Augsburgs Tyler Weiman (93,4%) eine minimal bessere Quote auf, doch beide Torhüter haben fünf Spiele weniger bestritten als Dshunussow.
"Dshuni" selbst will seine eigene Leistung nicht so sehr herausstellen. "Ich hatte ja die sechs Shutouts nicht, weil ich so toll gespielt habe. Das ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft, die gut verteidigt hat", sagt der 25-Jährige. Und Fliegauf meint: "Daniar hat eine sehr gute Phase. Die Mannschaft hilft ihm aber auch. Unsere Abwehr funktioniert gut."
Nach einem guten Saisonstart zeigte Dshunussows Formkurve im Herbst vergangenen Jahres etwas nach unten. Er nutzte die Deutschland-Cup-Pause im November, um intensiv mit EHC-Torwarttrainer Siegfried Harrer zu arbeiten. "Wir haben darauf geachtet, dass ich die Standardtechniken sauber ausführe. Außerdem haben wir daran gearbeitet, das Konzentrationslevel und die Anspannung hochzuhalten", erklärt Dshunussow. Mit Harrer, der einst für Rosenheim im Tor stand, arbeitet er seit vier Jahren zusammen. "Auch wenn er nur einmal im Monat nach Wolfsburg kommt, kann er mir sofort sagen, wie ich Fehler abstellen kann. Das ist vor allem in Phasen wichtig, in denen es nicht läuft", sagt Dshunussow.
Momentan läuft es beim gebürtigen Berliner. Manche Experten würden ihn gerne in der Eishockey-Nationalmannschaft sehen. Bisher gab es noch keine Einladung. "Der Bundestrainer hat sich noch nicht bei mir gemeldet. Ich kann das nicht beeinflussen. Aber ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe mich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Es wird irgendwann klappen", meint Dshunussow.
Die nächste Gelegenheit, den Wolfsburger einzuladen, hätte Bundestrainer Jakob Kölliker im Februar. Dann stehen zwei Länderspiele an. "In Deutschland gibt es viele gute Torhüter", sagt Fliegauf und fügt hinzu: "Der Bundestrainer weiß um ,Dshunis’ Stärken."
