„Diesel“ nach Straftraining und Anschiss unter Strom
Wolfsburg Viermal hat Matt Dzieduszycki getroffen, aber der EHC Wolfsburg ist noch sieglos. Nach Kritik und Straftraining fürs Team läuft der „Diesel“ heiß.
Am Tag nach dem Donnerwetter beim EHC Wolfsburg legte Stürmer Matt Dzieduszycki nach: „Wir werden dafür bezahlt, Leistung zu bringen und zu gewinnen. Wer dazu nicht bereit ist, sucht sich besser einen anderen Job!“
Der „Diesel“ dreht im roten Bereich, ist heiß auf Wiedergutmachung nach den vier Pleiten mit nur einem Punkt aus den ersten vier Saisonpartien. Der Profi des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg hat die unangenehme Aufgabe, als Spieler den schlechtesten DEL-Start der Grizzlys im obligatorischen Mittwoch-Pressegespräch vor Journalisten erklären zu müssen. Und der zumeist eher gelassene Kanadier macht verbal richtig Feuer.
Die laute Kabinenansprache von Sportdirektor Charly Fliegauf und das laufintensive und knüppelharte Eis-Training ohne Pucks von Trainer Pavel Gross am Dienstag hat zumindest bei ihm Wirkung gezeigt. Wenn es dazu nach der Niederlagenserie überhaupt bedurft hatte. „Was gesagt und gemacht wurde, ist passiert. Wahrscheinlich war es nötig. Ein Weckruf. Ich habe kein Problem damit“, sagt der sonst so zurückhaltende Kanadier in einem Tonfall, der an Bestimmtheit kaum zu überbieten ist.
Dzieduszycki lässt keinen Zweifel daran, dass sich am Freitag (19.30 Uhr, TUI-Arena) in Hannover und am Sonntag (17.45 Uhr, Eis-Arena) im Heimspiel gegen Augsburg der EHC von seiner anderen, seiner besseren Seite präsentieren will. „Wir müssen besser sein, und wir werden besser sein“, zischt er.
Die Stimmung in der Kabine ist bedrückt. Daraus macht Dzieduszycki keinen Hehl. „Die Jungs sind sauer. Die Situation ist inakzeptabel. Alle sind unzufrieden, keiner verliert gern“, gibt er einen Einblick ins Seelenleben der EHC-Profis. Die haben sich die Worte ihrer Trainer und des Managers offenbar zu Herzen genommen und auch schon ohne die Verantwortlichen im Mannschaftskreis die Lage besprochen.
Doch von der Einsicht bis zur Umsetzung ist es noch ein Stück Weges. „Am besten, wir rufen uns das Dienstag-Training immer wieder ins Gedächtnis und erinnern uns daran, wie unangenehm das war und dass wir so etwas nicht noch einmal erleben wollen“, rät Dzieduszycki und stellt klar: „Wir sind bereit, egal, für wen.“



