„Diesel“ ist generalüberholt und läuft wieder
Wolfsburg Fünf Monate bestritt er kein Spiel. Bei der Ankunft in Wolfsburg gibt sich EHC-Profi Matt Dzieduszycki optimistisch, dass die Leidenszeit vorüber ist.
Der „Diesel“ ist generalüberholt und läuft wieder: Matt Dzieduszycki gibt sich bei seiner Rückkehr nach Wolfsburg optimistisch, dass seine Leidenszeit beendet ist. Der Stürmer des Eishockey-Erstligisten EHC spricht erstmals ausführlich über die Folgen seiner schweren Gehirnerschütterung aus der vergangenen Saison, seine lange Reha-Zeit, aber auch über das Quäntchen Ungewissheit, das bleibt.
Gestern Nachmittag traf der Kanadier als Erster ausländischer Grizzly-Profi in Deutschland ein. Um 22 Uhr Ortszeit (sechs Stunden zurück) war er am Donnerstag in Toronto ins Flugzeug gestiegen. Etwas müde, aber gut gelaunt präsentierte er sich bei der Ankunft. „Schön, wieder hier zu sein“, sagte er und lächelte. Das Lachen war ihm im Frühjahr vergangen. Am 17. Februar, dem 45. Spieltag, war er gegen Straubing das vorerst letzte Mal im Einsatz. Eine schwere Gehirnerschütterung machte wochenlang selbst Training unmöglich. Lange hütete der EHC die Diagnose wie ein Geheimnis. Erst jetzt spricht Dzieduszycki offen darüber.
Das Wichtigste vorweg: „Ich fühle mich gut. Alle Probleme sind korrigiert“, sagte der 32-Jährige. Die schweren Folgen der Verletzung und die schleppende Genesung mit vielen Rückschlägen seien durch muskuläre Probleme im Nackenbereich begünstigt gewesen. Zu Hause in Kanada konsultierte er viele Mediziner, Physiotherapeuten und Trainer, um mit gezieltem Aufbautraining wieder gesund zu werden. „Es hat viel Geld, Zeit und Arbeit gekostet“, berichtete er.
Aber in allem Schlechten liege auch etwas Gutes. „Ich habe viele gute Leute getroffen, die mir geholfen haben. Sie haben mir auch gezeigt, wie ich meinen Körper jetzt und bis zum Ende meiner Karriere gezielt trainieren und in der Balance halten kann. Bewusstere Ernährung war auch ein Thema. Denn: Ich möchte noch mindestens fünf Jahre professionell Eishockey spielen.“
Dzieduszycki fühlt sich bereit für die Vorbereitung beim EHC. Die letzten beiden Schritte zurück zu 100 Prozent hat er aber noch vor sich. Bange Frage: Wie reagieren Kopf und Nacken bei Checks im Training und dann vor allem im Spiel? „Beim lockeren Eistraining in Kanada war es kein Problem. Aber da passieren harte Checks eher aus Versehen.“ Bleibt zu hoffen, dass der „Diesel“ nicht wieder stottert.

