Der EHC punktet mittlerweile wie ein Spitzenteam
Wolfsburg EHC Wolfsburg im Aufwärtstrend: Der Tabellenvorletzte der Deutschen Eishockey-Liga hat plötzlich wieder Chancen auf die Play-off-Teilnahme.
Der Ende November noch lecke Kahn des EHC Wolfsburg nimmt Fahrt auf. Der neue Kurs ist zu erahnen und lautet wieder – Achtung! – Play-offs! Noch ist es ein weiter Seeweg für die Grizzly-Kogge. Aber in den vergangenen elf Spielen war der Noch-Tabellenvorletzte das drittbeste Team der Deutschen Eishockey-Liga.
21 Punkte und 40:34 Tore verbuchte die Mannschaft von Cheftrainer Pavel Gross seit dem 4:3-Sieg in Augsburg am 7. Dezember. Nur Mannheim und Krefeld waren erfolgreiche. 1,91 Punkte pro Spiel betrug der Schnitt. Zum Vergleich: Ende November stand der EHC mit 20 Pünktchen aus 22 Partien (Schnitt 0,91) noch hoffnungslos auf dem letzten Platz.
Der Trend ist erfreulich, aber kein Grund für die Wolfsburger, sich zurückzulehnen. „Wir werden weiter vier Punkte pro Wochenende brauchen, um in die Play-offs zu kommen“, sagt Manager Charly Fliegauf. Trainer Gross hält gar nichts von Rechenspielen, sagt lediglich: „Ja, wir befinden uns langsam auf einem guten Weg.“
Mindestens Platz 10 müssen die Grizzlys erreichen, wenn sie wenigstens in die Pre-Play-offs kommen wollen. In den vergangenen beiden Saisons hatte am Ende der Hauptrunde der Zehnte 77 Zähler (2011/12) beziehungsweise 72 (2010/11). Aktuell stehen 41 Punkte auf dem Konto des EHC. 17 Partien folgen noch. Es könnte eine Punktlandung werden. Denn: Wenn die Grizzlys weiter 1,91 Punkte pro Spiel holen, kommen 32 hinzu – das wären insgesamt 73.
Nur nachlassen dürfen sie nicht. Immerhin: 7-mal geht es gegen direkte Konkurrenten (inklusive Augsburg auf Platz 8). Je 2-mal gegen Hannover und Straubing, 1-mal gegen München, Augsburg und Iserlohn. Das sind Sechs-Punkte-Spiele.
Die Gründe für den Aufwärtstrend sind mehrschichtig. Das Ende der Verletzten-Misere ist einer der Hauptgründe. Weitere hat Fliegauf ausgemacht. „Erst nach und nach haben sich Führungsspieler herausgebildet. Man merkt, sie wollen die schlechte Tabellensituation nicht akzeptieren.“ Und weiter: „Vielleicht fehlte uns auch etwas die Spielintelligenz zu Saisonbeginn.“
Ein weiterer Vorteil für den EHC ist der Start der nordamerikanischen Top-Liga NHL. Von dort hatten Klubs wie Mannheim, Hamburg, Krefeld und Berlin Profis für die Zeit des Lockouts verpflichtet und müssen diese nun wieder ziehen lassen. „Jetzt herrscht wieder Waffengleichheit. Ich bleibe dabei: Das war Wettbewerbsverzerrung“, sagt Fliegauf, der auf NHL-Profis verzichtet hatte.
• EHC – Hannover (Freitag, 19.30Uhr, Eis-Arena/live auf www.laola1.tv)

