Comeback-Sieg des EHC: Nach 0:2 noch 6:2
Wolfsburg Das ist Moral: Der EHC Wolfsburg hat ein 0:2 gegen die Kölner Haie noch zu einem grandiosen Sieg gemacht.
3135 Zuschauer feierten den EHC Wolfsburg für ein bärenstarkes Comeback. Nach 0:2-Rückstand und einer brenzligen Situation zu Beginn des letzten Drittels gewann der Eishockey-Vizemeister sein Heimspiel gegen Köln noch mit 6:2 (1:2, 2:0, 3:0).
Dreifacher Torschütze war David Laliberté, auch wenn einer seiner Treffer in der offiziellen DEL-Statistik Adrian Foster zugesprochen wurde. Auch ein Tor Marvin Degons wurde irrtümlich Sebastian Furchner gegeben, wie der Stürmer hinterher zugab. „Ich war an Marvins Schuss nicht mehr dran. Ein Kölner Verteidiger hat ihn abgefälscht“, sagte Furchner.
Aber der Reihe nach: Nationalspieler Felix Schütz (7. und 15. Minute) nutzte die beiden einzigen Großchancen der Gäste zur Zwei-Tore-Führung. Dem EHC drohte die vierte Niederlage in Folge. Doch das ohne sechs Stammkräfte spielende Team von Trainer Pavel Gross lieferte anfangs sein schwächstes Heimdrittel 2012 ab, kam aber durch Degon (17.) zum Anschlusstor
Der EHC steigerte sich weiter, drehte das Spiel im Mittelabschnitt durch Treffer von Laliberté (22.) und Colin Beardsmore (30.). Aber kurz vor der zweiten Pause der nächste Rückschlag: John Laliberte bekam zwei Minuten. Für Benedikt Kohl gab es für einen Bandencheck mit Verletzungsfolge sogar 5+20 Minuten. Der Verteidiger ging vorzeitig duschen. 1:40 Minuten 3:5-Unterzahl und den Rest der Fünf-Minuten-Strafe überstanden die Grizzlys schadlos. Auch weil Kölns Johan Åkerman (41.) nur den Pfosten traf und EHC-Torwart Daniar Dshunussow stark gegen Philip Gogulla rettete. Stattdessen trafen Laliberté (48., 52.) und Norm Milley in Überzahl (49.) zum 6:2-Endstand.
Damit beendete das Team von Trainer Pavel Gross seine kleine Negativ-Serie von zuvor drei Niederlagen in Folge. Besonders bemerkenswert: Nach Kohls Hinausstellung kassierte Nathan Paetsch 2+10 Minuten Strafe. Von der 49. Minute an spielten die Grizzlys mit nur drei gelernten Abwehrspielern: Christopher Fischer, Robbie Bina und Degon. Die vierte Position hatte Aushilfsverteidiger Christoph Höhenleitner inne. „Die Verteidiger haben einen super Job gemacht“, lobte Gross. „Wir haben in der Schlussphase versucht, clever und ein bisschen auf Zeit zu spielen.“
Mit Erfolg. Vier Spiele vor Ende der Hauptrunde hat der EHC seinen Platz in den Top 4 und somit das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale verteidigt. Während unter der Woche Nachholspiele folgen, muss der EHC erst am Freitag (19.30 Uhr, Eis-Arena) gegen Nürnberg ran.
