Bloß Kuschel-Talk mit den Problembären
Wolfsburg Nur knapp 30 Fans stellen die Profis des EHC Wolfsburg zur Rede. Die sportliche Talfahrt kostet die Grizzlys Sympathien.
Die gute Nachricht für den EHC Wolfsburg vorweg: Die Anhänger haben die Profis des Eishockey-Erstligisten trotz deren katastrophaler Leistungen beim Fan-Talk am Samstagnachmittag nicht in der Luft zerrissen. Die schlechte: Es waren nicht einmal 30 Gäste da.
Mit Applaus für die Fans eröffneten die Klubvertreter auf dem Podium die Runde. Die Spieler Kai Hospelt, Tyler Haskins, Aleksander Polaczek, Sportdirektor Charly Fliegauf sowie die Trainer Pavel Gross und Mike Pellegrims hatten einen verhältnismäßig ruhigen Nachmittag. Andernorts würde angesichts des letzten Tabellenplatzes der Baum brennen. Das bestätigte Hospelt: „Als ich in Köln spielte, war das viel schlimmer, obwohl die Situation vergleichsweise lange nicht so schlecht war.“
Die Fragen der Fans blieben sachlich. Bloß Kuschel-Talk mit den Problembären. Hier die wichtigsten Fragen im Überblick:
Sehen wir noch Siege, oder können wir die Play-offs gleich abhaken? Fliegauf: „Ich verspreche, wir werden noch Siege sehen. Ich wünsche mir selbst nichts mehr als Siege.“
Viel experimentiert, aber keine einzige Sturmreihe funktioniert - warum? Gross: „Stimmt. In dieser Saison haben wir noch keine erfolgreiche Reihe gefunden. Das geht auf meine Kappe. Aber ich bin noch zuversichtlich.“
Holen wir noch Verstärkung, vielleicht Lock-out-Spieler? Fliegauf: „Solange in der NHL keine Entscheidung gefallen ist, machen wir nichts. Sollte der Lock-out bis Saisonende anhalten, hat uns der Aufsichtsrat grünes Licht gegeben, Spieler zu verpflichten. Unsere Mannschaft sollte aber auch so genug Potenzial haben.“
Nach 50 Minuten war der Talk vorbei. Am Sonntag (14.30 Uhr) geht es mit dem Heimspiel gegen Straubing weiter. Angesichts der sportlichen Misere und des am späten Sonntagnachmittag stattfindenden VfL-Heimspiels bleibt abzuwarten, wie viele EHC-Fans den Weg in die Eis-Arena finden werden.

