Grizzlys verspielen den Sieg in sieben Minuten

Wolfsburg  53 Minuten gut gespielt, aber dann den Faden verloren: Der EHC Wolfsburg kassiert eine bittere 3:5-Niederlage in Krefeld.

Krefelds Mark Voakes (Mitte) erzielt das 4:3 für die Pinguine. EHC-Torwart Daniar Dshunussow streckt sich vergeblich.

Krefelds Mark Voakes (Mitte) erzielt das 4:3 für die Pinguine. EHC-Torwart Daniar Dshunussow streckt sich vergeblich.

Bis sieben Minuten vor Spielende sah es danach aus, als ob sich der EHC Wolfsburg selbst ein Weihnachtsgeschenk machen würde. In der verbleibenden Spielzeit aber verdaddelte der Eishockey-Erstligist die 3:1-Führung und musste beim 3:5 (1:1, 2:0, 0:4) am Sonntag in Krefeld doch noch alle drei Punkte den Gastgebern überlassen.

Zu allem Überfluss kassierte Stürmer Vincenz Mayer auch noch eine Zehn-Minuten-Strafe – seine dritte in der laufenden Saison. Die zieht automatisch ein Spiel Sperre nach sich. Mayer fehlt am Mittwoch, 26. Dezember (16.30 Uhr), im Auswärtsmatch in Berlin. Möglich, dass dann auch Trainer Pavel Gross nicht auf der Bank sein darf. Er handelte sich wegen Meckerns eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein. Die kann eine Sperre nach sich ziehen, wenn der DEL-Disziplinarausschuss Gross dazu verdonnert.

Matt Dzieduszycki mit seinem vierten Saison-Doppelpack und Sebastian Furchner hatten den EHC nach zwei Dritteln mit 3:1 in Führung gebracht. Bei Herberts Vasiljevs zwischenzeitlichem 1:1-Ausgleichstor monierte EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf vergeblich Torraumabseits bei den Referees. Der Treffer zählte, nicht einmal einen Videobeweis gab es. Mark Voakes (2), Francois Méthot und Andreas Driendl schossen Krefeld noch zum Sieg.

Mit ihrem guten Powerplay erzielten die Gäste zwei Tore. Außerdem traf Furchner bei 5 gegen 5 – ein Treffer der bislang wenig erfolgreichen Top-Reihe mit Norm Milley und Kai Hospelt. Der zuletzt viel gescholtene Milley war an allen drei EHC-Toren beteiligt. Bis zur 54. Minute führte das Gross-Team mit 3:1. Als aber Benedikt Schopper und Robbie Bina nacheinander auf die Strafbank mussten, nutzten die Krefelder durch Méthot die 5:3-Überzahl zum 2:3-Anschlusstreffer. Danach schwamm der EHC und kassierte noch drei weitere Treffer. Den letzten durch Driendl, der ins leere EHC-Tor einschob. Gross hatte Torwart Daniar Dshunussow 40 Sekunden vor Schluss beim Stande von 3:4 zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen.

„Frohe Weihnachten. Geschenke haben wir ja schon heute verteilt.“ Mehr wollte Gross in der Pressekonferenz nach Spielende nicht zur Niederlage sagen. Der Trainer war stocksauer, dass sein Team einen schon sicher geglaubten Sieg verspielt hatte. So verpasste es der Tabellenvorletzte, bis auf einen Punkt an den Zwölften Iserlohn heranzukommen. Im verzweifelten Kampf um die Play-off-Teilnahme eine verpasste Chance.

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