EHC-Manager Fliegauf: Milley ein Totalausfall

Wolfsburg  Tabellenletzter – der Blick auf die Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga ist für die Anhänger des EHC Wolfsburg derzeit alles andere als erfreulich.

Norm Milley läuft seiner Form weiter hinterher:

Foto: Joachim Mottl/regios24

Norm Milley läuft seiner Form weiter hinterher: Foto: Joachim Mottl/regios24

„Das will keiner sehen. Das ist mehr als unbefriedigend“, sagt EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf.

Die Grizzlys kommen einfach nicht in Schwung. Genug Qualität steckt im Kader, davon ist Fliegauf auch nach der jüngsten 2:6-Heimpleite am Sonntag gegen Berlin überzeugt. Allerdings gibt es immer wieder Ausfälle einzelner Leistungsträger. „Gegen Berlin war Norm Milley ein Totalausfall“, meint Fliegauf, ohne den DEL-Topscorer der vergangenen Saison für die derzeitige Misere allein verantwortlich machen zu wollen. „Mal liegt es am Torwart, mal an den Verteidigern, mal an den Stürmern. Von jedem Einzelnen muss mehr kommen. Die Spieler müssen sich hinterfragen, ob sie alles geben. Wenn wir in einem Spiel zwei, drei Ausfälle haben, wird es schwer“, so Fliegauf weiter.

Der EHC hat bereits vier Punkte Rückstand auf den ersten Pre-Play-off-Platz. „Wir brauchen schnell Besserung und einen Sieg. Wir müssen aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verpassen“, warnt Fliegauf vor dem nächsten Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen München. „Der Druck wird nicht weniger. Wir dürfen uns aber auch nicht verrückt machen lassen.“

Immerhin: Die Stürmer Matt Dzieduszycki und Niko Dimitrakos können am Freitag wohl beide mitwirken. Gegen Dzieduszycki war ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, nachdem er nach einem Check gegen den Berliner Vincent Schlenker eine Disziplinarstrafe erhalten hatte. Nach Begutachtung aller Beweismittel entschied der Disziplinarausschuss, dass der mit fünf Treffern aktuell beste EHC-Torschütze seinen Gegenspieler nicht am Kopf, sondern „unterhalb der Schulter“ getroffen hatte. „,Diesel’ wollte zur Scheibe gehen. Er hat seinen Gegenspieler seitlich am Oberkörper erwischt“, erklärt Fliegauf, der gestern eine Stellungnahme verfasst und mit der DEL auch noch einmal telefoniert hatte.

Für Dimitrakos war die Partie gegen Berlin nach 35 Minuten beendet gewesen. Er hatte bei einem Gerangel mit einem Berliner erst seinen Helm verloren und war dann mit dem Kopf aufs Eis geknallt. „Niko hatte ein schlechtes Gefühl und einen Brummschädel. Ihm geht’s aber schon wieder besser. Ich hoffe, dass er Freitag dabei ist“, sagt Fliegauf.

Von den sechs fehlenden Spielern kehrt voraussichtlich nur der erkrankte Rainer Köttstorfer zurück. Simon Danner und Tyler Haskins (beide Gehirnerschütterung) müssen weiter pausieren. „Bei David sehe ich momentan keine Chance, frühestens Mitte November. Tyler spürt immer noch einen Druckschmerz zwischen den Augen und hat Probleme beim Lesen. Bei ihm gehe ich aber davon aus, dass es schneller besser wird als bei David“, berichtet Fliegauf.

Der EHC-Manager erwartet eine schnelle Wende. Und er weiß auch, wie: „Wir können uns nur Stück für Stück aus dem Keller rausarbeiten, nicht rausspielen. Dazu brauchen wir jeden Spieler.“ Dann macht der Blick auf die Tabelle bald auch wieder mehr Freude.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (2)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort