Die kuriose Tradition im Hause Dimitrakos

Wolfsburg  Erster Arbeitstag in Wolfsburg – und der neue EHC-Center Niko Dimitrakos verrät gleich ein Familiengeheimnis.

Niko Dimitrakos (links) traf als Letzter der schon verpflichteten Import-Profis beim EHC ein. Sportdirektor Charly Fliegauf begrüßte ihn.

Foto: Buchler

Niko Dimitrakos (links) traf als Letzter der schon verpflichteten Import-Profis beim EHC ein. Sportdirektor Charly Fliegauf begrüßte ihn. Foto: Buchler

In seinen Adern fließt griechisches und italienisches Blut. Geboren und aufgewachsen ist er aber in den USA: Nicholas, kurz Niko, Dimitrakos. Der neue Center des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg hat eine spannende Familiengeschichte.

Der 33-Jährige aus Chicago gibt sich trotz einer äußerst strapaziösen Anreise entspannt an seinem ersten Arbeitstag in der VW-Stadt. Wegen Flugverspätungen erst am späten Sonntagabend kurz vor Mitternacht angekommen, stand bereits am Montagnachmittag der erste Fitness-Check an. 40 Minuten wurde er unter Anleitung von Honorar-Trainer Uli Bode auf seine individuellen körperlichen Fähigkeiten wie zum Beispiel Sprungkraft überprüft. „Das war okay. Ich hatte aber noch nie einen solchen Test absolviert“, sagt er.

Als am Abend seine neuen Teamkollegen zur ersten freiwilligen Trainingseinheit aufs Eis gingen, hatte Dimitrakos ein Problem. „Meine Ausrüstung ist nicht mit dem Flug mitgekommen. Sie wird voraussichtlich erst am Dienstag nachgeliefert.“ Nur, wenn er bis zum Trainingsstart noch ein paar passende Schlittschuhe gefunden hat, wollte er ein paar lockere Runden auf dem Eis drehen.

Das erste Gespräch vis-a-vis mit Chefcoach Pavel Gross hat Dimitrakos bereits hinter sich. „Der Trainer weiß, dass meine Stärke die Offensive ist. Seit der Highschool spiele ich auch immer im Powerplay. Und ich weiß, dass ich geholt wurde, um Offensivideen zu kreieren“, sagt er.

Die Spontaneität dafür wurde ihm schon in die Wiege gelegt, wie die Familiengeschichte beweist. Seine Mutter war als 13-Jährige mit seinen Großeltern von Italien nach Boston ausgewandert. „Als junge Frau machte sie 1976 mit ihrer Schwester, also meiner Tante, Urlaub in Griechenland. Dabei lernte sie meinen Vater kennen.“ Der stammt von der Insel Samos. „Zwei Wochen später haben sie einfach geheiratet. Mein Vater ist dann auch nach Boston gegangen.“ Dort kam der kleine Niko drei Jahre später zur Welt.

„Das ist aber noch nicht alles“, sagt Dimitrakos und grinst. „Ich habe meine Frau Joanne 2004 direkt nach den Play-offs in Las Vegas kennen gelernt. Nach nur fünf Tagen waren wir ein Paar, und sie ist zu mir nach Kalifornien gezogen.“ Dort spielte er seinerzeit für den NHL-Klub San Jose Sharks. Joanne Dimitrakos trifft aber erst im September in Wolfsburg ein und bringt die drei gemeinsamen Töchter Mia (6), Jade (3) und Demi (2) mit. Die könnten irgendwann die Tradition der spontanen Eheschließung fortsetzen, oder? „Das muss nicht sein“, sagt der stolze Papa und lacht, „aber vielleicht liegt es ja in den Genen.“

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