Trainer Gross sucht zwei Typen wie Alavaara

Wolfsburg  20 Spieler sind fix, bis zu 25 könnten es werden: Trainer Pavel Gross spricht über die Kaderplanung des EHC Wolfsburg für die neue Saison.

Die Suche nach den neuen ausländischen Stars läuft beim EHC Wolfsburg auf Hochtouren. Zwei Verteidiger und bis zu zwei Stürmer sollen noch kommen. Trainer Pavel Gross hat klare Vorstellungen von den fehlenden Neuzugängen des Eishockey-Erstligisten, wie er erklärt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert Gross seinen Plan. 20 Spieler haben die Grizzlys bereits fest im Kader, darunter 16 deutsche. Einer von ihnen ist noch nicht bestätigt: Torwart Sebastian Vogl wechselt nach Ende der Zweitliga-Play-offs aus Landshut nach Wolfsburg. Derzeit spielt er noch das Finale gegen Rosenheim (Zwischenstand 1:1).

Es wird eng im EHC-Aufgebot. Plus vier Ausländer und plus dritter Torwart käme der Klub auf 25 Akteure. Das sind ein bis zwei mehr als ursprünglich von Manager Charly Fliegauf angedacht. Gut möglich, dass die jungen Profis wie Kilian Keller und Vincenz Mayer für länger an unterklassige Klubs ausgeliehen und bei Bedarf dank des Weisungsrechts zurückbeordert werden.

Wie sich Chefcoach Gross die künftige Zusammenstellung, Aufgabenteilung und Arbeit in den drei Mannschaftsteilen Tor, Abwehr und Angriff vorstellt, erläutert er im Folgenden.

Tor

Daniar Dshunussow war in der abgelaufenen Saison die unumstrittene Nummer 1. Bis auf die Play-offs rechtfertigte er seinen Status auch. Konkurrent Lukas Lang fiel ab und wurde ausgemustert. „Unser Ziel ist es, wieder einen Konkurrenzpartner für Daniar zu bekommen, um wieder ein Duo wie Dshunussow/Jochen Reimer zu haben“, sagt Gross. Von 2009 bis 2011 pushten sich die beiden aufstrebenden Keeper und bildeten das beste deutsch-deutsche Gespann der DEL. Im Sommer des vergangenen Jahres ging Reimer dann nach München.

Neuzugang Vogl traut Gross die Rolle zu, auch wenn er ihn bei seiner Erklärung nicht namentlich nennt. „Ich denke, dass wir einen Typen bekommen, der eine gute Arbeitseinstellung hat, weiß, was er will, und der arbeitet, statt zu reden.“ Als dritten Torhüter kann sich der Trainer weiter Martin Fous vorstellen. Aber: „Martin ist fleißig, muss aber bei einem Zweit- oder Drittligisten spielen.“

Abwehr

Ein Königreich für zwei echte „Blueliner“! Die zwei noch zu holenden Spieler müssen eines überdurchschnittlich gut können: „Schießen!“ Der fehlende Druck von der blauen Linie habe den EHC in der vergangenen Spielzeit zu ausrechenbar gemacht. „Uns war es nicht gelungen, den Weggang Jan-Axel Alavaaras zu kompensieren.“ Der Schwede hatte 2010/2011 mit zehn Toren zwar nur drei mehr geschossen als sein Nachfolger Nathan Paetsch eine Saison später. Aber: „Axel hat durch seine Schüsse viel mehr gefährliche Nachschusssituationen ermöglicht.“ Paetsch musste nach nur einem Jahr wieder gehen. Das neue ist das alte Anforderungsprofil: „Wir brauchen den Typ Alavaara.“ Und das am besten gleich doppelt.

Angriff

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem ausländischen Center. Mit Nationalspieler Kai Hospelt und Tyler Haskins besitzt der EHC zwar schon zwei heiße Kandidaten auf die Plätze in den beiden Top-Reihen. Aber: „Auch der dritte Mittelstürmer darf kein schlechter sein.“ Vor der vergangenen Spielzeit hatte der EHC Jason Ulmer ersetzen wollen. „Das ist uns nur zum Teil gelungen“, gibt Gross zu. Mit Patrick Davis und Stephen Werner hatten die Grizzlys zwei jüngere Profis, die nun aber schon wieder gehen mussten. „Der Center ist auch wichtig fürs Powerplay. Da soll er Kai Hospelt und Norm Milley unterstützen.“

Bis zu neun Ausländer dürfen pro Spiel im Kader eines DEL-Klubs stehen. Deshalb könnte der EHC noch einen weiteren Import-Profi holen, dann wahrscheinlich einen (Links-) Außen. Die Verletztenmisere der zurückliegenden Saison könnte Fliegauf und Gross zu dieser Entscheidung kommen lassen. Es ist aber auch eine Geldfrage. Klar ist: Die Stürmer, die kommen, müssen exzellente Schlittschuhläufer sein.

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