Foster-Transfer wäre fast gescheitert

Wolfsburg  Eishockey-Vizemeister EHC Wolfsburg holt kanadischen Center. Aber die Verpflichtung kam erst 55 Minuten vor dem Ende der Wechselfrist zustande.

Blitztransfer: Center Adrian Foster (rechts) wechselte kurz vor Transferschluss zum EHC.

Foto: imago

Blitztransfer: Center Adrian Foster (rechts) wechselte kurz vor Transferschluss zum EHC. Foto: imago

Adrian Foster heißt der neue Center des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg. Die Verpflichtung des Kanadiers trieb Manager Charly Fliegauf aber die Schweißperlen auf die Stirn. Erst 55 Minuten vor Transferschluss war der Deal perfekt.

Dienstagnacht um 24 Uhr endete die DEL-Transferperiode für nordamerikanische Profis. „Um 23.05 Uhr kam die positive Info aus der DEL-Zentrale, dass der Transfer durch ist“, sagt Fliegauf. Mit dem zuletzt für das AHL-Team Lake Erie Monsters spielenden Mittelstürmer war er sich seit Montagabend einig. Dann begann der Transfer-Thriller aber erst.

Es fehlte die Freigabe durch die AHL, die zweithöchste nordamerikanische Profi-Liga. „Ohne die konnte der kanadische Verband keine Freigabe erteilen“, berichtet Fliegauf. Im AHL-Büro erreichte Fliegauf aber am Dienstag lange niemanden. Problem: „Die AHL hatte am Montag ihr All-Star-Game in Atlantic City ausgetragen. Wahrscheinlich saßen die alle noch im Kasino oder beim Bingo“, grantelt Fliegauf.

Erst am Dienstagabend um 20 Uhr bekam Fliegauf den Manager der Lake Erie Monsters an die Strippe. „Aber auch der war nicht in seinem Büro.“ Und so habe es noch einmal zwei Stunden gedauert, bis der Transfer angeschoben wurde. Fliegauf sah die Uhr unerbittlich ticken. „Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, dass es klappt. Das war ein ganz knappes Ding.“

Am Tag des Transferschlusses sind die Geschäftsstellen der deutschen Verbände exakt bis Mitternacht besetzt. Eine knappe Stunde vor Erreichen der Deadline erhielt der EHC-Sportdirektor den erlösenden Anruf. „Das hätte durchaus schiefgehen können.“ Die Reise nach Deutschland sollte planmäßig erfolgen. Am Mittwoch setzte sich Foster in Cleveland ins Flugzeug. Donnerstagmittag landet die Maschine auf dem Flughafen in Hannover. Am Nachmittag trifft der 30-Jährige in der Eis-Arena ein.

Trainer Pavel Gross kündigt an, Foster schon fürs Spiel am Freitag in Berlin (19.05 Uhr, live auf Sky) in den 21er-Kader zu nehmen. „Er wird ein paar Einsätze bekommen“, sagt Gross. Fliegauf ist angesichts von vier Verletzten erleichtert über den Last-Minute-Transfer: „Ich bin froh, dass uns der Aufsichtsrat zusätzliche Mittel freigegeben hatte.“ Aber wenn die Foster-Formalitäten eine Stunde länger gedauert hätten, hätte der EHC das Geld gar nicht mehr ausgeben können…

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