Abwasserpreis sinkt, aber künftig gibt es Grundgebühren

Baddeckenstedt  Der Wasserverband Peine will als Reaktion auf Bevölkerungsrückgang auch in der Samtgemeinde Baddeckenstedt unabhängiger vom Verbrauch kalkulieren.

Der Blick auf die Wasseruhr kann schmerzen und reißt dann meist Löcher in die Haushaltskasse.

Foto: Klaus Helmke

Der Blick auf die Wasseruhr kann schmerzen und reißt dann meist Löcher in die Haushaltskasse. Foto: Klaus Helmke

Das Großprojekt Harzwasser-Umstellung sei gut vorangekommen, sagt Olaf Schröder. Laut dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Peine werden derzeit 27 Ortschaften über die Ost- und Westtrasse mit Harzwasser versorgt.

„Wir haben die Niedrigzinsphase genutzt, um den Aufwand für Kredite zu reduzieren. Das bildet die Basis dafür, dass wir im nächsten Jahr die meisten Tarife stabil halten oder gar senken können“, unterstrich Schröder.

Es sei aber zwingend notwendig, dass die Wasserwirtschaft ihre Tarife der Kostenstruktur weiter anpasse. Schröder nannte einen Fixkostenanteil unter anderem für Zinsen, Abschreibungen und Personal von bis zu 80 Prozent, die unabhängig vom tatsächlichen Durchfluss entstehen würden. Wasserverbandspressesprecherin Sandra Ramdohr: „Das Leitungsnetz und die Kläranlagen verursachen diese Kosten unabhängig von den durch die Bürger verbrauchten Wassermengen, deren Anteil fällt deutlich geringer aus.“

Für die Samtgemeinde Baddeckenstedt mit ihren 3523 Wasseranschlüssen kassiert der Wasserverband Peine im nächsten Jahr 2,95 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser sowie alljährlich ein Grundentgelt von 48 Euro. Das jährliche Grundentgelt für Regenwasser schwankt je nach Grundstücksgröße zwischen 90 bis 270 Euro. Zuvor mussten die Bürger je Kubikmeter (1000 Liter) Schmutzwasser 3,57 Euro zahlen, als noch kein Grundentgelt verlangt wurde. Die Abwassermenge habe in diesem Jahr mit 412 297 Kubikmetern auf ähnlichem Niveau wie im Jahr zuvor gelegen.

Technischer Leiter Michael Wittemann: „Mit dem Grundentgelt pro Anschluss wird genau dieser Verteilung von Fix- und variablen Kosten erstmals stärker Rechnung getragen Bei diesem Ansatz rücken bewusst die Systemkosten statt des individuellen Wasserverbrauchs in den Fokus.“ Damit wolle sein Unternehmen auf sinkende Bevölkerungszahlen reagieren und obendrein die teure Pflege des Leitungsnetzes refinanzieren.

Der Wasserverband plant 2013 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt rund 580 000 Euro vor allem in die Ortsnetzkanalisation sowie die dazugehörenden Hausanschlussleitungen am Westerlinder Bocksweg und an der Waldstraße in Berel zu investieren. Zudem sollen Pumpwerke erneuert und die Steuerungstechnik der Kläranlage Baddeckenstedt auf den neuesten technischen Stand gebracht werden.

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