Als der Pulmotor zur Wiederbelebung verhalf

Salder  150 Exponate zeigt die Ausstellung „Vom Kräuterweiblein bis zur Computermedizin“, die im Kuhstall des Museums Schloss Salder eröffnet wurde.

Besucherin Ingrid Gossow, Professor Peter Glogner und Ortsheimatpfleger Günter Freutel (rechts) mit der Figur eines im Ersten Weltkrieg verletzten Offiziers.

Foto: Behnke

Besucherin Ingrid Gossow, Professor Peter Glogner und Ortsheimatpfleger Günter Freutel (rechts) mit der Figur eines im Ersten Weltkrieg verletzten Offiziers. Foto: Behnke

Apothekergefäße aus dem 18. Jahrhundert und ein Wiederbelebungsgerät namens Pulmotor von 1940 – das sind nur zwei von etwa 150 Exponaten der Ausstellung „Vom Kräuterweiblein bis zur Computermedizin“ im Kuhstall des Museums Schloss Salder. Etwa 40 Besucher fanden sich zur Vernissage ein.

Zu sehen ist ein Überblick über die Medizinalgeschichte des Salzgittergebietes vom Mittelalter und der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Da finden sich Bildtafeln über die Geschichte des Heilwesens neben Vitrinen mit Tiegeln und Flaschen oder mit Zubehör zur Wundversorgung wie Horn, Haaren oder Tiersehnen. Neben der Figur eines verwundeten Offiziers aus dem Ersten Weltkrieg in einem altmodischen Rollstuhl ist ein zahnärztliches Behandlungszimmer aus dem Jahre 1937 zu sehen, das von Hans Nef in Salder bis in die 1970er-Jahre eingesetzt wurde – da dürfte der Besucher erleichtert sein, dass ihm diese Bohrer heute nicht mehr zugemutet werden.

„Die Ausstellung zeigt, wie sich aus einfachen Anfängen die heutige, hoch spezialisierte Medizin entwickelt hat“, erklärte Jörg Leuschner, Leiter des Fachdienstes Kultur. Bereits im 13. Jahrhundert gab es ein „Siechenhaus“ im Kloster Steterburg, im 18. Jahrhundert kannte man bereits Implantate, aber es war ein weiter Weg von der klösterlichen Krankenpflege bis zum Betrieb des Klinikums der Gegenwart.

Bereits 2005 zeigte Professor Peter Glogner, langjähriger Krankenhausarzt und Internist, Teile seiner Sammlung zur Geschichte des Salzgitteraner Gesundheitswesens. Sie ist Grundlage der Ausstellung; einige Lücken wurden durch private Leihgaben und Exponate aus Museumsbesitz gefüllt.

„Es gibt noch heute viel Irrationales auf dem Gesundheitsmarkt“ stellte Glogner in seiner Einführung fest und erinnerte daran, dass es etwa in Peru noch heute Kräuterhexen gibt. Zwei Lesungen mit nachdenklichen und lustigen Geschichten zur Medizin begleiten die Ausstellung – am 27. Dezember um 15 Uhr mit Reinhard Försterling und am 3. Januar mit Glogner. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Januar im Museum Schloss Salder zu sehen. Eine Publikation mit dem Titel der Ausstellung soll im Laufe des nächsten Jahres erscheinen.

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